Daniel

Daniel

*22.04.1986                               †03.07.2005
 

Gesicht

In Wind und Lichtern löst sich mein Gesicht auf.
Der Himmel ist so weit und wunderblau.
Lang war ich verschlossen, doch nun bricht auf,
was sich an Fragen und Gedanken staut.

Ich lieg im Licht und bin der Zeit enthoben.
Ich habe mich vergessen und bin frei:
Die Welt ist ewig weit und blau und oben,
als ob ein Sinn das Lächerlichste sei.

Ich fühl' mich so weit in den Grenzen.
Ich fühl' mich so nichtig und licht.
Verlier ich mich in Wellentänzen,
gewinn ich wohl doch mein Gesicht.

Ich lerne, die Welt zu belächeln.
Das Leben ist leer, blau und satt.
Nichts bin ich als frei und belanglos.
Glücklich, wer im Wind Heimat hat.

Daniel Stry, Juni 2005
 



Daniel starb in der glücklichsten Zeit seines
Lebens ganz plötzlich an einem Riss in der Aorta.

Daniel,
du liebevoller Sohn und großer Bruder,
wir tragen dich in unseren Herzen.
 



Für den Sohn der Erde
ist der Tod auf Erden das Ende.
Für ein Kind des Geistes aber ist der Tod
nur der Beginn eines sicheren Triumphes.

Khalil Gibran (Ideen, 45)
 



Home  |  Zurück  |  Seitenanfang