Presseberichte über "Leben ohne Dich"

Dega Kreutzer, Altdorf

Rotarier-Vortrag, Montag, den 08.12.2008


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin der Einladung zu einem Vortrag über LoD, das heißt "Leben ohne Dich", sehr gerne nachgekommen und möchte mich vorab vorstellen.

Mein Name ist Hildegard Kreutzer, ich komme aus Altdorf, bin verheiratet und mein Mann und ich haben vier Kinder, vier Söhne, zurzeit 25, 24, 23 und 17 Jahre alt.

Jedes Jahr sterben in Deutschland 8.000 Kinder unter 20 Jahren. Dies sind 8.000 von einigen Millionen und dennoch für die betroffenen Familien nicht nur der Verlust eines geliebten Menschen, sondern sehr viel mehr.

Ein Mann oder eine Frau, der oder die einen Ehepartner verliert, wird in unserer Gesellschaft als Witwer bzw. Witwe bezeichnet. Ein Kind, das die Eltern oder einen Teil der Eltern verliert, ist Waisenkind bzw. Halbwaise.

Und Eltern, die ihr Kind verlieren, oder Kinder, die einen Bruder oder eine Schwester verlieren, nennt man.................-Schweigen!-.....................

......sehen Sie: dafür gibt es in unserer Gesellschaft keinen Namen!!!!!!

Dies ist offenbar so unvorstellbar, dass wir im wirklichen Wortsinn "sprachlos" sind. Wir haben kein Wort dafür.

Der Verlust eines Kindes ist für betroffene Eltern aber auch für die Geschwister ein extrem traumatisches Erlebnis.

Für die bekannte Fernseh-Moderatorin Petra Schürmann, die ihre immerhin erwachsene Tochter mit Ende 20 / Anfang 30 verloren hat, so traumatisch, dass sie dadurch ihre Stimme und die Fähigkeit zu sprechen verloren hat.

Ein Kind zu verlieren macht sprachlos, auch und vor allem Nichtbetroffene.

Alle Lebensbereiche sind davon betroffen. Störungen und Probleme in der Partnerschaft. Eheleute können sich nicht gegenseitig trösten, jeder der beiden hat sein Kind verloren.

Die Erziehung der Geschwisterkinder scheint fast unmöglich zu sein. Anpassungsschwierigkeiten in der Schule, im Berufsleben sind die Folge.

In extremen Fällen hat es auch schon Suizide gegeben.

Sie sind als Mensch für unsere Umgebung äußerlich noch vorhanden, aber innerlich nicht mehr dieselbe Person.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen in ein Erdbebengebiet, aber die Häuser stehen noch, äußerlich betrachtet. Erst beim Gang in ein Haus hinein können Sie die Schäden feststellen.

Die inneren Mauern, Stützbalken, Decken, Treppen sind stark beschädigt, teilweise eingefallen und nicht mehr begehbar.

So ist es auch bei uns.

Nichts, aber auch gar nichts ist mehr wie vorher.

Die glückliche "heile" Welt gibt es nicht mehr, die Unbekümmertheit fehlt. Überall nur Risse und Löcher.

Um uns herum pulsiert das Leben weiter.

Die Welt der betroffenen Eltern aber ist stehen geblieben. Innerlich ist alles anders geworden.

Dieser Zustand ist für unsere Umgebung, das heißt für nicht direkt Betroffene, schwer begreifbar, da sie ja nicht in uns hinein sehen können.

Die Folge ist, dass sich schnell Arbeitskollegen, Bekannte, Freunde und auch die eigene Verwandtschaft nach dem Tod eines Kindes zurückziehen.

Oft geschieht das aus Unsicherheit heraus, aber das Ergebnis ist für uns das gleiche.

Nichtbetroffene können den Schmerz und die Trauer - und vor allem die lange Zeit der Trauer - nicht nachvollziehen und geben trauernden Eltern nicht die Zeit für deren Trauerprozess.

Ein Sprichwort heißt: "Die Zeit heilt alle Wunden".

Dies mag für äußere, offene Verletzungen aus dem Medizinbereich gelten, wo eine blutende Wunde ohne unser Zutun verkrustet und dann abheilt, später vernarbt.

Inneres verheilt aber nicht von selbst, dieser Selbst-Mechanismus funktioniert nicht.

Da müssen wir schon mithelfen, daran arbeiten.

Das Problem von betroffenen Eltern ist jedoch immer dasselbe: Wer versteht einen, mit wem kann man darüber reden? ... Denn man muss darüber reden.

Es hat sich herausgestellt, dass die sogenannte professionelle Hilfe von Psychologen und sonstigen Therapeuten nicht die alleinige Hilfe darstellen kann.

Aus dieser Problematik heraus haben sich Selbsthilfegruppen und derlei Organisationen gegründet.

Aus der zunächst in Mülheim gegründeten Selbsthilfegruppe von Tina Haucke-Fritsche hat sich das Internet Forum www.leben-ohne-dich.de entwickelt.

In diesem Forum treffen sich betroffene Eltern und Geschwister - oft zunächst erst anonym - um über ihren Schmerz zu reden und ihre Trauer zu teilen, zu erfahren, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind.

Durch Zuhören und Schreiben erfahren sie praktische Lebenshilfe.

Unser Forum mit einem geschützten Chat-Raum ist mittlerweile zu einem der größten Portale für trauernde Eltern und Geschwister im deutschsprachigen Raum geworden.

Ferner betreiben wir seminaristische Arbeit. Hierzu werden mehrmals jährlich überregionale Kennenlerntreffen und Ferienwochen für trauernde Familien veranstaltet.

Die Gespräche untereinander fördern die Trauerarbeit, weil nur mit gleichfalls Betroffenen ein wirkliches Verstehen und Helfen untereinander möglich ist.

Die Erfahrungen von Trauerseminaren werden den Teilnehmern vermittelt und es wird versucht, einen neuen Weg und ein neues Ziel im Leben aufzuzeigen.

Außerdem bieten wir spezielle Trauerseminare für betroffene Eltern und Geschwister an.

Sie finden unter professioneller Leitung statt und werden vom Verein "Leben ohne Dich" so unterstützt, dass aus finanziellen Gründen niemand auf eine Teilnahme verzichten muss.

Unsere Arbeit wird von der "Aktion Mensch" anerkannt, indem unsere Trauerseminare für Geschwister gefördert werden.

Uns ist an einer breiten Öffentlichkeitsarbeit gelegen. Wir berichten in Presse, Funk und Fernsehen über die Vereins- und Gruppenarbeit von "Leben ohne Dich", zum Beispiel im ZDF-Mittagsmagazin am 20.11.08.

Dort kommen auch Eltern und Geschwister zu Wort um über ihr "Weiterleben" zu berichten.

Wir schreiben Redaktionen von Fernsehfilmen an.

Immer wieder werden in Filmen Szenen gezeigt, wie z. B. Unfalltod, Mord oder Suizid. Gerade bei den letzt genannten Katastrophen wird es Angehörigen verwehrt, sich von den Toten an Ort und Stelle zu verabschieden.

Dabei ist es für die Hinterbliebenen so wichtig, dieses sprichwörtliche "Begreifen", dieses Anfassen und Abschied nehmen.

"Jetzt ist es zu spät, es wäre so wichtig für mich in meiner Trauer und Hilflosigkeit gewesen, mein Kind noch einmal zu sehen, zu berühren..."

...so empfinden es die Angehörigen, vor allem Vater und Mutter!

Die Helfer, Polizisten und Ärzte vor Ort wollen natürlich die Angehörigen schützen und glauben richtig zu handeln. Sie gehen ja auch von ihrer Sicht der Dinge aus.

In unserer Gruppenarbeit zeigt sich immer wieder, dass diejenigen Mütter und Väter, die sich von ihrem toten Kind nicht verabschieden konnten, am meisten darunter leiden.

Sicher sollte man total entstellte Stellen des Körpers abdecken, aber das letzte Streicheln eines intakten Fußes erlangt in solch unvorstellbaren Situationen einen unschätzbaren Wert für das Weiterleben.

Die Angehörigen werden dadurch belastet und Helfer sollten darauf vorbereitet sein, auch für den eigenen Schutz.

Für die meisten ist diese Belastung aber geringer als es nicht getan zu haben, die Phantasien dann ein Leben lang aushalten zu müssen, wie es wohl war...

Die Zumutung ist der Tod eines jungen Menschen an sich...,
...nicht...
den Verstorbenen zu sehen.


Unser Appell geht daher an Polizisten, Feuerwehrmänner, Ärzte und Helfer: wie wichtig es für Hinterbliebene ist, nicht von den Toten weg gezerrt zu werden.

Es ist für Betroffene ein Bedürfnis, an dieser Stelle mit dem Toten kurz inne zu halten.

Die Angehörigen Abschied nehmen zu lassen.

Unter dem Dach von "Leben ohne Dich" haben sich neun Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland gegründet, die eine Ergänzung zum Internet-Forum sind.

Die Selbsthilfegruppe Altdorf - gegründet im Mai 2004, heißt Mütter und Väter willkommen als einzelne Betroffene.

Unabhängig vom Alter der Kinder lassen wir jedes Angesicht des Todes zu.

Wir kündigen unsere Treffen in der Zeitung an, so kann jeder - auch ohne Erstkontakt - zum Treffen kommen. An der Tür zum Gemeindehaus wird jeder persönlich begrüßt.

Unsere Altdorfer Gruppe beherbergt zurzeit 20 Eltern. Einmal im Monat, immer am Ersten, treffen wir uns im evangelischen Gemeindehaus.

Es ist ein Segen, dass wir von Anfang an ohne Hindernisse die Räume im evangelischen Gemeindehaus nutzen dürfen.

Die Gruppe wird von zwei nichtbetroffenen, wunderbaren Frauen ehrenamtlich mitgetragen.

Ortrun Griebel als Therapeutin, Trauerbegleitung und Theologin, und Luzie Pöhlmann als Frau mit sprichwörtlicher Nächstenliebe (Besuchsdienste am Krankenhaus).

Sie lassen sich immer wieder auf uns ein ohne Berührungsängste.

Danke Luzie und Ortrun.


Worin besteht die Hilfe in einer Selbsthilfegruppe?

Zuerst einmal darin, dass wir erfahren: Wir sind keine Außenseiter.

Wir sind viele, sehr viele... und wir sind nicht allein, die wir diese schwere Hypothek auf unserem Leben tragen müssen.

Ein Trost und ein Erschrecken zugleich! In der Gruppe darf alles ausgesprochen werden, weinen, lachen, erinnern.

Dort wird der Name des toten Kindes nicht verschwiegen oder vermieden.

Manche Mütter und Väter verweilen bei uns nur eine kurze Zeit. Andere bleiben lange und werden so zu einem festen Bestandteil und zur Bezugsperson für andere in der Gruppe.

Es gibt keine Regel wie lange unsere Trauer dauern darf, auch wenn die Trauer gerne von Therapeuten in Stufen eingeteilt wird.

Mag sein, dass es Einzelnen hilft. Der Mehrheit trauernder Eltern hilft es nicht.

Jeder Verlust ist individuell und das Schlimmste für denjenigen, den es trifft.

Das lernt der "Mensch" in der Gruppe!

Rückfälle in die große Verzweiflung, vor denen niemand gewappnet ist, sind nichts Schlimmes. Sie sind ein Zeichen der Lebendigkeit.

Sie hindern nicht daran wieder Lebensfreude zu empfinden. Im Gegenteil sie sind nötig, um Angestautes heraus zulassen.

Sie sind ein Zeichen der Liebe, auch zu uns selber.

Die Selbsthilfegruppe versteht sich als Netzwerk. Wenn wir abzustürzen drohen, können wir uns daran festhalten, wir fallen nicht ins Bodenlose.

In der Gruppe lernen "ohne das tote Kind zu leben" ist unsere Aufgabe geworden.

Weltweit ist immer der zweite Sonntag im Dezember der Gedenktag für verstorbene Kinder.

Rund um den Erdball stellen dann betroffene Hinterbliebene jedes Jahr um 19 Uhr brennende Kerzen für ihre verstorbenen Kinder, Enkelkinder oder Geschwister in die Fenster.

Während die Kerzen in der einen Zeitzone erlöschen, werden sie in der nächsten entzündet, so dass eine Lichterwelle in 24 Stunden die ganze Welt umrunden kann.

Jedes Fenster steht für das Wissen, dass diese Kinder das Leben erhellt haben und nicht vergessen werden.

Das Licht steht auch für die Hoffnung, dass Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt.

Das Licht schlägt Brücken von einem betroffenen Menschen zum anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen.

Es versichert Betroffene der Solidarität untereinander. Es wärmt im kalt gewordenen Leben und wird sich ausbreiten, wie es ein erster Sonnenstrahl am Morgen kann.

Bei uns in Altdorf bereiten wir mit unserer Selbsthilfegruppe und dem Dekan der evangelischen und der katholischen Kirche einen Gedenkgottesdienst vor.

Das ist dieses Jahr am 14.12. um 15 Uhr in der Magdalenenkirche in Altdorf.

Das Motto für diesen Gottesdienst wird "Wasser" sein.

Sie sind herzlich dazu eingeladen.

Diese Gottesdienste und die Vorbereitungen dazu sind für uns als Gruppe aber auch für jeden persönlich außerordentlich wichtig.

Sie geben uns die Gelegenheit unsere Kinder in die Mitte zu nehmen, für sie noch einmal etwas zu tun, und nicht nur alles über uns ergehen zu lassen.

Unser Sohn Franz Ferdinand, er ist unser Zweitgeborener, starb in der Nacht von Rosenmontag auf Faschingsdienstag. Es war der 4. März 2003.

Franz starb an Suizid nach übermäßigem Alkoholgenuss.

Franz Ferdinand hat sein Leben im Alter von 18 Jahren und 9 Monaten beendet.

Danach war es für uns "fast Nacht".

Alles kam auf den Prüfstand: Ehe, Kinder, die bisherige Lebenseinstellung. Nichts war mehr wichtig, nichts hatte mehr Wert und Bestand.

Unser Leben war "ver-rückt" worden.

Wenige Freunde trauten sich noch zu uns. Auch die Kinderfreunde hatten keinen Mut.

Die Geschwister waren mit ihren verlorenen und hilflosen Eltern alleine.

Die Geschwister haben nicht nur den Bruder verloren, sondern auch die Eltern wie sie sie gekannt haben.

Wenn ich durch Altdorf ging, wechselten oft die Menschen, die mich erkannten, die Straßenseite, damit sie mit mir nicht reden müssen.

Auch sie waren offenbar "sprachlos".

Nahm sich doch mal jemand das Herz um mit mir zu sprechen, wurde ich damit getröstet, dass Franz ja selbst gewählt hatte, den Freitod gewählt hatte, und ich doch deshalb nicht sooo trauern soll.

Suizid aber...
...ist kein frei gewählter Tod!!!!
...und schon gar kein Selbstmord, denn Mord hat ja immer etwas mit Heimtücke zu tun!!!!!!

Suizid ist das Ende einer Wahrnehmungsstörung. Ist die Auswirkung einer verzerrten Welt für einen Augenblick.

Unser gemeinsames Leben ist durch Franz' Tod zu einer chaotischen Baustelle geworden.

Nur alleine das Fundament stand noch.

Auf der Suche nach Halt, nach jemanden der mich an die Hand nimmt, mir sagt, dass das Leben ohne Franz zu leben ist, dass das Leben ohne Franz möglich sein wird, bin ich zu "Leben ohne Dich" gekommen.

Eine neue Freundin sagte zu mir: "Komm mit ins Forum zu LoD, da sind ganz viele von uns".

Dort begegnete ich Eltern, die ihre Kinder durch Krankheit, Unfall, Mord, Suizid oder auch ohne ersichtlichen Grund verloren haben.

Es war wichtig für mein neues Leben zu hören, dass die Schuldgefühle auch sie erdrückten und lähmten. Dass auch sie Tag und Nacht nur von einem Gedanken getrieben werden: "Mein Kind ist tot"!

Die Menschen in und um "Leben ohne Dich", der Austausch mit ihnen, haben ein neues Leben ohne Franz möglich gemacht. Durch die Gruppenarbeit lernten wir, dass Mütter und Väter durchaus unterschiedlich trauern.

Nach dem Tod eines Kindes steigt die Scheidungsrate, nach einem Suizid gar auf über 80%.

Wir haben das Glück noch drei weitere Kinder zu haben. Mit ihnen dürfen wir leben.

Auch und gerade sie haben ein Recht auf Leben.

Wir stellen fest, dass unsere Kinder zum Teil vollkommen unterschiedlich mit ihrer Trauer umgehen.

Eine kleine Geschichte zur Geschwistertrauer möchte ich ihnen nicht vorenthalten. Ein wunderbares und erleuchtendes Gespräch hatte ich mit einer älteren Dame.

Sie gab mir folgendes mit auf meinen Trauerlebensweg:

"...Vergessen und vernachlässigen Sie die Geschwisterkinder nicht!!!!!!

Ich war 11 Jahre, als mein 18-jähriger Bruder im Krieg gefallen ist. Dieser Bruder war allmächtig und vollkommen frei von Fehlern. Für meine Eltern.

Das Schamgefühl der Eifersucht auf den Bruder, das Vermissen meines Bruders, den Verlust meiner Eltern, alles das habe ich bis in mein Alter getragen.

Und gerade heute bedrängt mich der Tod meines Bruders... denn mit ihm sollte ich in die Zukunft gehen. Heute vermisse ich meinen Bruder mehr als damals.

Die Zukunft ging uns verloren und ich als Schwester blieb nach dem Tod der Eltern doppelt alleine zurück."


Ihre Worte rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis! Um zu spüren wie es meinen Kindern ergeht.

Ein Leben ohne Franz muss ich leben!
Ein Leben ohne Franz ist eine Zumutung!
Ein Leben ohne Franz wird mir zugemutet!

Ein Leben ohne Franz... dafür braucht es viel Mut.

Franz' Tod hat Schmerz, Schuld und Verlassenheit ausgelöst und die tiefsten Gefühle aus mir geholt.

Für das jetzige Leben habe ich einen hohen Preis bezahlt. Dafür habe ich die Trauer bekommen.

Deshalb darf niemand von mir verlangen, ich sollte sie jetzt ablegen.

Die Trauer wird mich mein ganzes Leben begleiten.

Heute lebe ich mit meiner Trauer ein neues Leben. Sie behindert mich nicht. Sie ist ein Bestandteil von mir geworden.

Mein vergangenes Leben hätte ich gerne wieder... aber auch dazu das jetzige Wissen um Schmerz und Verlust, um die unendliche Liebe zu meinen Kindern, nur damit könnte ich vielleicht etwas verändern.

Schließen möchte ich mit den Worten eines mir unbekannten Verfassers:

Auf der Reise zu dir selber

Am Wegesrand begegnen dir viele Iche
aus deinem bisherigen Leben.
Überall klopft dein Herz
und die Erinnerung ist da.
Nimm sie an, die alten Iche.
Wie die Dame in Schwarz,
die zu Besuch kommt.
Bewirte sie gut,
aber beherberge sie nicht.
Sei eine gute Gastgeberin,
dann aber lass sie gehen.
Nur so kommst du an Kraft.

Danke für Ihr Zuhören.



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