Emely

Emely


Am 1.6.2013 durften wir wieder positiv testen und die Freude war gross auch wenn gehemmt.
Am 29.7. endlich die kritischen 12 Wochen überstanden, nun konnte ich die Schwangerschaft geniessen.

Am 23.9. Vorsorge bei 20+0, mit unserem Baby, wir hatten noch kein Outing, war alles super.
Am 24.9. bekam ich abends ganz leichte Blutungen, sagte zu meinem Mann: „Morgen früh geh ich zum FA“.
Nachts um 3 Uhr musste ich zur Toilette, da sah ich, dass ich stärker blute, ich weckte meinen Mann, der mich sofort zur Klinik fuhr (5 Minuten).

Im Kreisssaal schaute der FA und sagte kein Wort, da wusste ich, da stimmt was nicht. Dann sagte er: „Also Frau D., Ihr Gefühl hat sie nicht getrügt“. Der MuMu ist komplett auf, er sieht die Fruchtblase, ich muss mich auf die Geburt einstellen, wann konnte er nicht sagen.

Ich war total fertig, denn ich war allein, mein Mann musste wieder nach Hause wegen unserer Tochter. Ich wurde liegend auf die Schwangeren-Station verlegt.
Um 5:35 Uhr habe ich meinen Mann angerufen und es ihm gesagt, er sagte ich soll nicht aufgeben. Ich hatte da schon leichte Wehen.

Um 5:50 Uhr ist die FB geplatzt, ich sofort geklingelt, der Arzt und die Hebamme kamen sofort. Ich hatte zwei Wehen und unser Sonnenschein war da.

Ich wurde gefragt, ob ich das Baby (ich wusste immer noch nicht was es ist) auf der Brust haben will, ich sofort JA gerufen.

Habe gefragt was es ist und mir wurde gesagt: ein wunderschönes Mädchen. Ich bekam das Baby, das immer noch keinen Namen hatte, auf die Brust, und erst da wusste ich, dass mein Baby noch lebt (dachte sie wäre tot).

Emely, so haben wir unseren Schatz dann genannt, wurde um 5:59 Uhr geboren und ist um 6:35 Uhr auf meiner Brust eingeschlafen.

Ich war und bin sooooo froh, dass ich meinen Schatz begleiten durfte.

Die Hebamme hat dann meinen Mann angerufen und ihm erzählt, dass wir eine Tochter bekommen haben und er kommen soll. Er musste dann erst mal seine Eltern anrufen wegen Tabea.

Um 7:30 Uhr wurde Emely in ihre Schachtel gelegt und ich wurde in den OP geschoben zur AS.
Um 8:30 Uhr war ich dann aber schon wieder auf dem Zimmer und mein Mann da, wir haben nur geweint, dann wurde die Namensfragen geklärt.

Am 25.9. wurde sie geboren und am 4.10. würdevoll beerdigt.

Es ist soooooooooooooooo furchtbar.

Wie wir heute wissen, habe ich eine Muttermundschwäche.

Ich bin schuld, dass Emely nicht leben konnte, und das macht mich total fertig.
 


 
Emely

Die Zwischenlandung eines kleinen Engels

Ein Traum der in Erfüllung ging
Endlich ein eigenes Kind.

Etwas, das an seidenem Faden hing
Bedroht von Sturm und Wind.

Doch gut behütet in Mutters Bauch.
Ganz weich und wohlig warm.
9 Monate so ist der Brauch,
Dann hält man es im Arm.

Doch plötzlich gehts viel früher los,
Die Wehen setzen ein.
Man denkt sich noch, was mach ich bloß,
Das kann doch jetzt nicht sein.

Der kleine Mensch, er kommt zur Welt.
Die Chancen sind nicht gut.
Ein paar Minuten kämpft der Held,
Mit allergrößtem Mut.

Die ganze Freude ist zerstört,
Man weiß nicht wo man hingehört.
Man sieht das Kind so friedlich liegen,
Man kann es in den Armen wiegen.

Nur Atmen tut das Kleine nicht.
Es hat auch noch nicht viel Gewicht.
Zu kurz war seine Zeit,
In Wärme und Geborgenheit.

Noch viel zu schwach war dieses Kind.
Zu stark waren Sturm und Wind.

Was gibt der Hoffnung wieder Kraft?
Man sucht den kleinsten Stengel.
Vielleicht hilft die Gewissheit das man's schafft:

Es war die Zwischenlandung von einem kleinen Engel

Janne Andersen
 



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