Leben ohne Dich - Für Helmut



Helmut



Lebensrückblick von Helmut Soyer

Helmut Soyer wurde am 31. Januar 1985 als 3. Kind der Eltern Marlies und Helmut Soyer in München geboren. Auf seinem Leben lag von Anfang an ein Schatten. Er hatte von Geburt an einen Herzfehler, weshalb er mit sieben Monaten zum ersten Mal operiert werden musste.

Seit der Pubertätszeit bekam Helmut im ganzen Körper Fibrome, das sind knotenartige Nervengeschwüre, die ihm Schmerzen verursachten. Sie konnten nie vollständig herausoperiert werden und sind deshalb immer wieder nachgewachsen. Als das Herz später immer schwächer wurde, war auch an derartige Operationen nicht mehr zu denken.

Dessen ungeachtet war Helmut immer ein fröhlicher und geduldiger Junge, der seinen Eltern viel Freude gemacht hat. Seine große Leidenschaft war schon als Kind der Fußball und insbesondere der Verein Bayern München. Helmut hatte von diesem fast alle gewonnenen Spiele auf ca. 300 Audio-Kassetten plus viele Videos aufgenommen, die er später sorgfältig auf DVD's überspielte.

Für seine Leidenschaft wurde er manchmal etwas belächelt, aber für ihn, der sich mit Leib und Seele damit beschäftigte, war es sehr wichtig. Das Höchste war für Helmut, als er einmal mit seinem Vater zu einem Pokal-Endspiel seines Vereins nach Berlin fahren konnte. Darum empfand Helmut später in seiner schlimmsten Krankheitszeit den Besuch des Bayern-München-Spielers Philipp Lahm als eine große Beglückung und innere Stärkung.

Helmut selber konnte wegen seines geschwächten Herzens nicht viel Sport treiben und hatte deshalb auch nur eine begrenzte Anzahl Freunde. Einer, der stets treu und verständnisvoll zum ihm stand, war Thomas Schuy. Helmut sagte einmal von ihm: "Thomas war immer für mich da, wenn ich ihn gebraucht habe". Auch dessen Vater Walter bezeichnete Helmut als seinen Freund. Nach seinem Schulabschluss begann Helmut eine Lehre als Einzelhandelskaufmann, die er aber nach 1 ½ Jahren wegen seiner schwachen Konstitution abbrechen musste. Seit 2004 war er praktisch nur noch zu Hause und konnte kaum noch irgendwelche Arbeiten verrichten.

Als Kind und junger Mann hatte Helmut viele Jahre die Gottesdienste sowie die Kinder- und Jugendgruppe der Freikirchlichen Gemeinde in Aichach besucht und viel vom Glauben an Jesus Christus erfahren. In seiner Krankheitszeit hat er in Gegenwart seines Onkels Jo den Herrn Jesus Christus bewusst in sein Leben aufgenommen und Vergebung und Frieden mit Gott gefunden.

Marcel, Helmuts 11 Jahre älterer Bruder, war sein großes Vorbild. Helmut durfte Mitglied sein im Motorradclub "Feuerspeer", den sein Bruder gegründet hat. Marcel hätte Helmut gern zu Ausfahrten mitgenommen, was aber leider aufgrund der Krankheit nicht möglich war. – Helmuts Verhältnis zu seinem sechs Jahre jüngeren, in die Familie aufgenommenen Bruder Victor war zwar nicht ganz so einfach, doch verband sie bei weitem mehr, als die Eltern sehen konnten.

Eine besondere Beziehung geschwisterlicher Liebe hatte Helmut vom Beginn seines Lebens an zu seiner Schwester Simone, die schon 8 Jahre alt war, als er geboren wurde. Da Simone später mit ihrer Familie im gleichen Haus wohnte, wurde diese Beziehung noch enger. Eines Tages sagte Helmut zu seiner Schwester: "Wenn ich einmal nicht mehr da bin, dann zerbrich nicht daran. Ich liebe dich, so wie du bist". Eine besondere Liebe entwickelte Helmut zu den zwei Kindern seiner Schwester: Michael und Adrian. Sie waren ihm in den letzten drei Jahren von besonderer Bedeutung.

Trotz all der wenigen Möglichkeiten, die Helmut hatte, war er doch immer geduldig, bescheiden und zufrieden. In seiner Feinfühligkeit äußerte er sein Bedauern darüber, dass er seinen Eltern und Geschwistern so viel Mühe machte. Seiner Mutter vertraute er einmal an, er müsse seinen Geschwistern noch sagen, wie leid es ihm tue, dass er als krankes Kind immer im Vordergrund stand und seine Geschwister oft zurückstehen mussten. Sein Denken war zunehmend nach innen gekehrt, da er ja wusste, dass er sich zwischen Leben und Tod befand.


Helmut


Im Krankenhaus war Helmut ein unwahrscheinlich starker Mensch. Nie hat er geklagt oder gejammert. Auch in schlimmen Situationen blieb er immer höflich und freundlich und hat sich bei Pflegern und Krankenschwestern stets für ihren Dienst bedankt, so dass diese später, als sie teils schon auf anderen Stationen arbeiteten, immer wieder Helmut besuchten. Der Arzt, der den Eltern die Krankheit erklärte, hatte selber Tränen in den Augen.

Helmut sah im Krankenhaus viele ältere Menschen und bekam starke Sehnsucht nach seiner vor 11 Jahren verstorbenen Oma, mit der er die ersten 12 Jahre seiner Kindheit verbracht hatte. Vielleicht darf er sie jetzt sehen.


Helmut


Nach langer Krankheit und einem Krankenhausaufenthalt von fast einem halben Jahr hat Gott Helmut Soyer im jungen Alter von 23 Jahren am vergangenen Sonntag, den 10. August abberufen und zu sich in die Ewigkeit geholt. Dort darf er nun seinen Herrn schauen, an den er geglaubt hat.

12.08.08


Helmut


Helmut
 

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