Leben ohne Dich - Für Janne


Geschichte von Janne


Am 07.05.05 bewies mir ein Test, was ich eigentlich schon wusste: Ich war wieder schwanger! Ich freute mich sehr und hoffte, dass nun alles gut gehen würde.

Vor dieser Schwangerschaft hatte ich 3 Fehlgeburten (immer in der 9. Woche), und entsprechend ängstlich war ich jetzt.

Als die 9. Woche und dann die 12. vorbei waren, war ich sehr glücklich und habe nicht mehr damit gerechnet, dass noch etwas passiert.

Wir freuten uns sehr auf unseren Sohn und ich genoss die schöne Schwangerschaft in vollen Zügen.

Der Geburtstermin war der 13.01.2006.

Am 10.01.06 spürte ich keine Bewegungen mehr, am 11.01.06 wurde die Geburt eingeleitet. Wir wussten schon, dass Janne nicht mehr lebt. Den Grund kannten wir noch nicht.

Janne wurde am 12.01.2006 um 6:41 Uhr geboren.

Die Nabelschnur war zweimal straff um seinen Hals gewickelt und hatte einen "echten Nabelschnurknoten". Ansonsten war er kerngesund.

Eigentlich weiß ich heute noch nicht, wie wir das alles durchstehen konnten, aber irgendwie ging es. Heute, 15 Monate nach Jannes Tod, bin ich immer noch oft traurig, aber zur Zeit überwiegt die Freude darüber, dass er da war, und ich glaube auch immer noch irgendwie da ist.

Jannes kleine Schwester Jonna kam am 27.12.2006 zur Welt und macht uns sehr viel Freude.
 
 



Lieber Janne,

der Stein auf meinem Herzen,
der Kloß in meinem Hals,
die Leere in mir,
die Stille in unserem Haus,
die geweinten und ungeweinten Tränen,
die Dunkelheit der langen Nacht,
die nicht endende Trauer...

... aber auch
das Strahlen der Sonne,
das Funkeln der Sterne,
das Singen der Vögel,
ein Schmetterling im Wind,
ein gemeinsames Lachen,
eine Umarmung,
die schöne Erinnerung

– all das bist Du
mein Baby, mein Sohn, mein Kind.

Ich liebe Dich und freue mich darauf,
Dich irgendwann wieder zu sehen.

Deine Mama



Verlässt uns ein Kind...

Manchmal verlässt uns ein Kind,
das den Ruf von drüben
lauter vernommen hat
als die Stimme ins Leben.

Es schließt seine Augen und taumelt davon
wie ein Schmetterling, taumelt zurück ins Licht
und lässt uns allein mit den Fragen,
ohne Antwort über den Sinn all des Begonnenen,
das uns unvollendet erscheint.
Lässt uns zurück mit einer Hoffnung,
die sich nicht erfüllte,
einer Knospe, die welkte,
ohne zu blühen.

Lässt uns zurück und lehrt uns,
dass die Antwort auf unsere Fragen
manchmal nur heißen kann:
Ja.

(Ruth Rau)
 



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