Leben ohne Dich - Für Jens


Die Geschichte von Jens

Alles begann am Sonntagabend, den 15.07.2001. Mein Bruder Jens, seine Freundin Barbara, mein damaliger Freund Andreas und ich waren auf einem Straßenfest und kurz bevor wir gehen wollten, hat mich Jens gefragt, ob er mein Auto haben könnte. Er möchte seine Freundin nach hause fahren, er versprach mir danach gleich das Auto wieder zurückzubringen, da ich am nächsten Morgen das Auto wieder brauchte um in die Schule zu fahren.

Nach Stunden war Jens immer noch nicht zurück und ich habe ihn dann auf seinem Handy angerufen und habe ihn gefragt wo er bleibt. Daraufhin sagte er zu mir, er sei zu müde um zurückzufahren und er würde mir das Auto am nächsten Morgen bei Andreas vors Haus stellen und von dort aus dann mit dem Taxi ins Geschäft fahren. Am nächsten Morgen, als ich aus dem Haus ging, war mein Auto nicht vor dem Haus gestanden wie es mit Jens abgemacht war. Also gab mir Andreas sein Auto, damit ich zur Schule fahren konnte.

Unterwegs hatte ich eine Schulkameradin abgeholt um sie mit in die Schule zu nehmen. Da wir aber keine Lust hatten, haben wir die 1. Schulstunde geschwänzt und sind Kaffeetrinken gegangen und ich habe ihr erzählt, wie sauer ich auf Jens bin und dass das Ärger gibt wenn ich ihn sehe.

Als wir dann auf dem Weg zur Schule waren, bekam ich einen Anruf von meinem Vater und er sagte mir, ich soll bitte sofort heimkommen. Jens hätte einen Unfall und mein Auto wäre Totalschaden, so sauer wie ich war, habe ich nicht einmal nach Jens gefragt und wie es ihm geht, ich sagte nur zu meiner Schulkameradin, wenn er jetzt daheim ist, dann kriegt er eine gescheuert von mir. Ich ahnte überhaupt nicht, dass es so schlimm sein wird, denn er hatte schon mehrere Autounfälle und nie ist ihm etwas zugestoßen. Er hatte immer so viel Glück.

Zuhause angekommen saßen meine Eltern auf der Treppe und heulten und ich dachte nur: "Oh Gott, dieses Mal ist wirklich was schlimmes passiert". Er liegt bestimmt im Krankenhaus. Als mich mein Vater sah, nahm er mich heulend in den Arm und sagte: "Jens ist tot". Ich habe nur noch geschrien, ich konnte es einfach nicht glauben.

Er erzählte mir von dem Unfall, dass Jens morgens – als er auf dem Weg zu mir war – während des Autofahrens eingenickt ist und er dann auf die Gegenfahrbahn gekommen ist. Zur gleichen Zeit überholte dort ein Auto einen LKW und die beiden Autos prallten mit voller Geschwindigkeit aufeinander. Jens war sofort tot, und der Fahrer des anderen Autos ist auch am Unfallort verstorben, laut Polizeiangaben.


Jens


Am Nachmittag wurde das Auto vom Gutachten freigegeben und Andreas und mein Onkel Stephan fuhren dort hin, um das Auto zu sehen. Es sah nicht mehr aus wie ein Auto, Jens war so darin eingeklemmt, dass sie das Dach aufschneiden mussten um ihn raus zu holen aus dem Wrack.

Am nächsten Tag konnten wir zur Leichenhalle fahren um Abschied zu nehmen von Jens. Das war der schlimmste Tag in meinem Leben, erst als wir dort waren und ich ihn gesehen habe, habe ich begriffen. dass es endgültig ist. Ich wollte es vorher nicht wahr haben.

Ich hoffe nur von ganzem Herzen, dass Jens wirklich sofort tot war und keine Schmerzen mehr erleiden musste. Ich werde ihn immer vermissen.

In Liebe Nicole


Jens
 



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