Leben ohne Dich - Für John Paul James


Und das ist mein Leben,
das ich für euch niederschreiben möchte.


Mein Name ist John Paul James, ich bin geboren am 24.8.2005.

Die Schwangerschaft von meiner Mama lief nicht so gut ab wie bei den anderen Schwangerschaften der anderen 6 Kinder.

Ich habe immer meinen Dickkopf durchsetzen können. Meine Mama bekam leider Schwangerschaftszucker, aber das bekommen ja so viele Mamas, und deswegen haben wir uns auch keine Sorgen gemacht, und die Monate vergingen. Bis der Tag kam, an dem ich auf die Welt wollte.

Das war der schönste Tag im meinen Leben, endlich konnte ich meine Mama im Arm halten. Aber da habe ich schon gemerkt, dass meine Mama Angst um mich hatte. Ich habe 2300 g gewogen und meine Körpergröße war 45 cm.

Meine Mama sagte dann zu der Hebamme: "Der John Paul ist zu klein, muss er denn nicht in ein Wärmebettchen oder in den Brutkasten?" Und die Hebamme sagte, dass mit mir alles in Ordnung wäre, aber das stimmte leider nicht.

Ich war sehr schwer krank und keiner hat mich richtig untersucht; nur das normale Verfahren wie es so üblich ist bei Babys, leider, sonst hätten sie da schon gewusst, dass ich krank bin.

Meine Mama war manchmal richtig fertig, weil ich in einem durchgeweint und schlecht getrunken habe, und einmal auch Anfälle hatte, aber kein Arzt hat mitbekommen wie es wirklich um mich steht.

Und dann auf einmal musste ich ins Krankenhaus, das war am 02.12.2005. Mir ging es echt schlecht und meine Eltern hatten sie dann beschuldigt, mich vernachlässigt zu haben, aber das stimmte nicht. Meine Mama hat alles gegeben was sie nur konnte, aber die Ärzte in S. haben meiner Mama nicht geglaubt.

Und zwischendurch hatte ich mal wieder einen Anfall nach dem anderen und es standen drei Ärzte an meinem Bettchen und sagten daraufhin nur, dass ich wohl irgendwelche Schmerzen hätte.

Aber nichts passierte weiter, und ich wurde nach drei langen Wochen wieder entlassen. Sie haben mir nur immer wieder Flüssigkeit gegeben und mehr nicht. Keine weiteren Untersuchen, leider.

Meine Mama ist mit schlechtem Gewissen nach hause gefahren, mir ging es einigermaßen gut, bis zum 24.1.2006. Meine Mama hat mich wie üblich gefüttert und mich fertig gemacht, wie sie das immer getan hat, mit viel Liebe und viel Zärtlichkeit.

Meine Mama hat mich dann in die Wiege gelegt und gesagt: "Ich komme gleich wieder um nach dir zu schauen." Meine Mama war gerade aus dem Zimmer gegangen, da habe ich einen Anfall bekommen und mich dabei total voll gespuckt. Meine Augen waren verdreht. Meine Mama hat mich dann voller Panik ein bisschen sauber gemacht und dann ab zum Kinderarzt.

Er konnte auch nichts feststellen, er meinte nur, ich sollte ins Krankenhaus, aber nicht nach S. sondern nach Barmen in die Kinderklinik.

Ich sage euch: da haben sie mich erst einmal richtig auf den Kopf gestellt. Und dabei hatte ein Arzt dann den Verdacht gehabt, dass ich Mitochondriopathie habe. Und es wurde wahr, ich hatte leider diese Krankheit in mir. Meine Mama wusste erst nicht was es bedeutet, so eine schlimme Krankheit zu haben.

Ich möchte mich bei allen bedanken: von den Ärzte bis zu den Kinderkrankenschwestern in Barmen.

Mama, ich liebe dich.

Dein John Paul James.

Und das sind die letzten Bilder von mir.
 


John Paul James


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John Paul James
 



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