Leben ohne Dich - Für Kathrin Julia


Kathrin Julia


Erinnerungen an unsere geliebte Kathrin

Kathrin wurde am 17.3.85 an einem Sonntag geboren. Ihre Schwester Verena war zwei als sie auf die Welt kam. Ihre Geburt war leicht und schön, und wir vier waren nun eine so glückliche Familie.

Sie war und blieb ein „Sonntagskind“, fast alles fiel ihr leicht, sie strahlte die Menschen an und gewann sie meistens schnell für sich. Sie machte uns nur Freude und hatte viele Freunde.

Die Schulzeit verlief problemlos, sie war auch Schulsprecherin, und im Mai 2004 machte sie das Abitur. In dem Jahr hatte sie ihren ersten später diagnostizierten Epilepsieanfall, der jedoch nur bemerkt wurde, weil ihr Freund bei ihr schlief. Im Oktober 2003 hatte sie vermutlich schon mal in der Nacht einen Anfall. Die Ärzte im Krankenhaus sprachen damals aber noch nicht von Epilepsie.


Kathrin Julia


Danach zog sie nach Freiburg und studierte Kunst, Englisch und Deutsch für das Lehramt an der Realschule. Sie studierte gerne und genoss das Studentenleben. Es ging ihr immer gut, sie war mit Medikamenten, die sie bestens vertrug, gut eingestellt, und wir vertrauten fest auf deren Wirkung. 2006 reiste sie für 4 Wochen nach Neuseeland und genoss die wunderbare Insel. Sie machte sogar einen Bungee-Sprung zusammen mit ihrem Freund, der Turner war. 2007 erhielt sie ein Stipendium für die Uni in Sydney, wo sie drei Monate studierte. Danach reiste sie noch drei Monate mit Freunden durch Australien. Es gab einen Schreckenstag, als sie sich mit kochendem Wasser verbrühte und uns nachts anrief. Es ging ihr abends aber wieder gut genug, um mit 200.000 Menschen über die Harbour Bridge in Sydney zu laufen, die 75 Jahre alt wurde.

Weihnachten 2008 war sie das letzte Mal bei uns zu Hause. Damals machte ich das Foto von ihr, das man eingeblendet sieht. Danach fing die Paukerei an. Sie hatte Zeitdruck, aber beste Vornoten und fühlte sich meistens ziemlich ruhig. Sie schlief auch gut, da sie oft so müde war. Da sie aber immer alleine schlief, wissen wir nicht, ob sie vielleicht nicht doch schon mal einen oder mehrere Anfälle nachts hatte. Man selber erinnert sich ja nicht, da man ohnmächtig ist und morgens nur besonders müde ist. Vielleicht hat sie auch die Tabletten vergessen oder noch andere Mittel eingenommen, um fitter zu sein. Wir wissen es nicht. Ich machte mir schon Sorgen um sie, aber einen von mir empfohlenen Check beim Arzt lehnte sie aus Zeitnot strikt ab. Nachher weiß man alles besser... Wieso waren war nur relativ unbesorgt?


Kathrin Julia


Im März 2009 feierte sie noch mit vielen Freunden ihren 24. Geburtstag in der Wohnung. Wir besuchten sie am 21. März und gingen zusammen essen. Es war ein so schöner Abend. Danach kam unser letzter Abschied von ihr, eine letzte Umarmung: „Jetzt hast du es ja bald geschafft.“

Am 2. April kam abends ein Anruf von ihrem Mitbewohner. Ich war den ganzen Tag schon schlecht drauf, trotz Superwetter und Aussicht auf baldige Osterferien. Er sagte uns, er habe Kathrin in ihrem Bett gefunden und sofort den Notarzt gerufen. Wir trauten uns gar nicht, Genaueres zu erfragen.

Wir rasten sofort los nach Freiburg, voller Angst und Ungewissheit. Nach einem erneuten Anruf sagte Florian nur, der Krankenwagen sei schon weg und wir sollten zur Wohnung kommen, da was Schlimmes passiert sei. Wir konnten den ganzen Weg über kaum sprechen, es war schlimm. Als wir zur Wohnung kamen, standen überall weinende Freunde herum, und da war uns klar, dass unsere geliebte Kathrin tot war. Die Kripo ließ uns nicht zu ihr ins Zimmer, der Rest war ein Alptraum, der uns ins Gedächtnis gebrannt ist und über den ich lieber nicht berichte.

Liebste Kathrin, wir vermissen dich so sehr, vor allem dein Lachen und deine Fröhlichkeit. Du lebst für immer in unseren Herzen, aber wir hätten dich so gerne noch bei uns !!

In ewiger Liebe

Deine Mama, Dein Papa und Deine Schwester Verena
 



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