Larissa Rebecca

Larissa Rebecca

*25.04.1995                              †19.02.1999
 

Nach einer Schwangerschaft des puren Glücks, in der es keine ungewöhnlichen Anzeichen gab, stürzten wir in einen Abgrund der Verzweiflung. Du und die Ärzte kämpften nach deiner Geburt um dein Leben und gewannen, vorläufig. Nach und nach erfuhren wir die schreckliche Wahrheit: multiple Fehlbildungen, so gut wie kein Großhirn, keine Verbindung zwischen Nasen- und Rachenraum, normale Ernährung damit ausgeschlossen, Ursache unbekannt.

Es hieß, du würdest ohne künstliche Beatmung nicht überleben können. Bei all unserem Schmerz sollte das nicht dein Leben sein, für immer abhängig von Maschinen ohne Hoffnung auf Besserung. Wir fassten den Entschluss, sollte die Beatmung herausrutschen, würde sie nicht erneuert werden. Du hast am fünften Tag die erste Gelegenheit genutzt den Schlauch loszuwerden, alles schien auf ein schnelles Ende hinzudeuten. Aber sie hatten dich unterschätzt, du wolltest bleiben, ein wenig länger.

Wir lernten dich zu versorgen und deine Mutter gab uns die Kraft und den Mut dich nach vier Wochen nach Hause zu holen. Die Ärzte gaben dir sechs Monate, maximal ein Jahr. Dein erster Geburtstag war eine riesige Erleichterung, denn auch diese Prognose war falsch. Unsere kleine Kämpferin blieb weiter bei uns, wie lange...

Irgendwann würdest du wohl sterben, aber nicht heute oder morgen, irgendwann ein Tag weit weg von unserem Leben mit dir. Du schenktest uns viele Tage, Wochen, Monate... Am Ende konnten, wollten, wir nicht erkennen, dass deine Kräfte erschöpft waren, du immer schwächer wurdest, fast nur noch schliefst. Knapp zwei Monate vor deinem vierten Geburtstag an einem kalten, dunklen Februarabend trennten sich unsere Wege in diesem Leben für immer...
 

Gedichte an Larissa Rebecca



Home  |  Zurück  |  Seitenanfang