Leben ohne Dich - Für Marco


Marco war BWL-Student, nachdem er bei der Bundeswehr war.

Er hatte eigentlich ein perfektes Leben, bis zu diesem einen Tag, der unser ganzes Leben verändern sollte.

Wir fuhren im Sommer 2000 in den Urlaub nach Ungarn. Meine Mutter, mein Vater, meine kleine Schwester und ich. Marco wollte zuhause bleiben, um auf das Haus aufzupassen. Er war zu diesem Zeitpunkt 22 Jahre jung.

Und dann kam dieser Tag...

Ich wurde eines Morgens durch lautes Schreien und Weinen geweckt. Ohne zu wissen was los sei, fragte ich meinen Vater, ob etwas mit Marco passiert sei. Er nickte... und ich wusste, was los war. Wir packten so schnell es ging unsere Taschen und fuhren wieder nach Hause. Was würde uns erwarten? Ich, damals 14 Jahre jung, stand unter Schock.

Das kann doch einfach nicht sein, dachte ich. Es musste zu einer Verwechslung gekommen sein!

Mein Marco – TOT???

Das ging doch nicht!

Als wir zuhause ankamen, standen meine Oma und meine Tante vor unserem Haus und nahmen meine Mutter in die Arme. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich eigentlich noch gar nicht, was mit Marco geschehen war.

Ich erfuhr es am nächsten Morgen...

Marco war bis um 23:00 Uhr im Jugendclub im Dorf neben unserer Stadt. Er wollte dann nach Hause. Es hatte geregnet und die Straße war nass.

Ungefähr 600 Meter nach Ortausgang prallte er mit überhöhter Geschwindigkeit an einen Baum. Es hieß, ein Reh hätte die Straße überquert und er hätte somit ausweichen müssen. Aber es wurde nie geklärt, was nun die Ursache war.

Die Beerdigung war an einem Sonntag, dem 44. Geburtstag meiner Mutter. Warum wir es genau auf diesen Tag haben legen lassen, weiß ich nicht mehr.

Ich habe in den letzten 2 Jahren gemerkt, dass man von vielen Menschen einfach im Stich gelassen wird, selbst von Verwandten und guten Freunden.

Und somit vergehen Stunden, Tage, Wochen... Jahre.
Und von Jahr zu Jahr werden es weniger Menschen, die an uns denken.

An uns und an unseren Marco...
 



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