Leben ohne Dich - Für Mark


Mark ist unser ältester Sohn. Er hat noch einen vier Jahr jüngeren Bruder. Marks Kindheit verlief ohne Probleme. Er war nie krank. Seit frühester Kindheit interessierte er sich für Tiere, speziell Insekten und Spinnen und er liebte seine Katze. Immer hatte er ein Glas dabei um lebende Insekten einzusammeln, die er nach eingehender Beobachtung wieder in die Freiheit entließ.

Seine Schulzeit und Jugend verlief reibungslos. Er reiste einige Male mit uns zusammen in die USA, bis er mit 16 Jahren selbständig genug war, um seine Freunde und seinen Großvater alleine zu besuchen. Heute sind wir froh, dass er diese häufigen Reisen gemacht hat, da sein Leben nur so kurz sein durfte.


Mark

Urlaub in Amerika 2000


Nach seiner Ausbildung als Metallbauer ging er mit 19 Jahren zur Bundeswehr, um sich später dort als Zeitsoldat zu verpflichten. Dort hat es ihm anfänglich nicht so gut gefallen, doch nach der Grundausbildung änderte sich dies. Stationiert war er in Limburg/Dietz. An den Wochenenden war er immer zu Hause.

Am Sonntag, den 5. September 2004, fuhr er wie immer zurück zur Kaserne. Seine Freundin Sabrina, mit der er seit 3 ½ Jahren zusammen war, begleitete ihn noch zum Auto. Das Letzte, was er noch an der Haustüre zu mir sagte, war: "Tschüss bis zum Freitag." Er ging aus der Tür, ich rief ihm noch zu: "Tschüss, fahre vorsichtig", das letzte Mal, dass ich ihn lebend gesehen habe. Mark war ein sehr liebenswerter, hilfsbereiter Mensch, der uns niemals Probleme bereitet hat. Er liebte seine Familie und seine Freundin Sabrina.

Nachts rief er seine Freundin an und sagte, es ginge ihm sehr schlecht. Sabrina sagte zu ihm, melde dich beim UvD und gehe zum Arzt, aber Mark ging nicht. Er war groß und stark und dachte, dass es auch noch Zeit bis zum Morgen hätte. Heute wissen wir, dass es ihm in dieser Nacht noch sehr schlecht ging. Am Morgen um 7:30 Uhr ging er zum Arzt. Dort war er nicht mehr in der Lage zu stehen und er musste sich hinlegen um eine Infusion zu bekommen. Mit Verdacht auf Magen- und Darmgrippe wurde er für eine Woche krank geschrieben.

Um 9:30 Uhr ging es ihm angeblich besser und Mark kehrte zu seiner Einheit zurück. Er meldete sich bei seinem UvD krank und sagte, dass er sich hinlegen würde. Marks Zustand verschlechterte sich rapide. Um die Mittagszeit fanden ihn seine Kameraden und riefen sofort den Arzt, da sein Zustand sehr besorgniserregend war. Zu dem Arzt sagte er, dass er Kopfschmerzen habe. Nun war es dem Stabsarzt klar, dass es Meningokokken-Bakterien sein könnten. Mark wurde um 13:30 Uhr ins Krankenhaus Limburg mit Blutungen im Brustraum und Atemnot eingeliefert. Zu dieser Zeit war er bereits nicht mehr ansprechbar.

Die Ärzte gaben ihm Penicillin und Cortison, aber nichts half mehr. Er fiel in einen sepsischen Schock, d.h. er ist innerlich verblutet, was durch die Meningokokken-Infektion verursacht wurde. Fünf Minuten, nach dem wir im Krankenhaus angekommen waren, hörte sein Herz auf zu schlagen.

Er starb an einer hoch ansteckenden Krankheit: Meningokokken-Sepsis, Waterhouse-Friedrichsen-Syndrom.

Ein Mann von 1,87 m Größe und 95 kg Gewicht stirbt an einer Kinderkrankheit, obwohl er als Kind niemals ernsthaft krank war!


Dieser Tag hat unser Leben total verändert,
nichts ist mehr wie es war.
Wir vermissen ihn unendlich.


Mark

Glückliche Zeit mit Sabrina


Mark

Die beiden Brüder Timothy und Mark


Mark

Eines der letzten Bilder von Mark
 



Gedichte für Mark
 

Ich vermisse dich noch oft,Der Tod ordnet die Welt neu.
und ich hatte doch gehofft,Scheinbar hat sie sich nicht verändert,
die Tür geht auf, du kommst hereinund doch ist die Welt für uns
und alles wird wie früher sein.Ganz anders geworden.
  
Die Zeit ist schnell vergangen,Du bist nicht mehr da wo du warst,
doch meine Trauer nicht,aber überall wo wir sind.
du bist von mir gegangen,
aber aus meinem Herzen nicht.
  
Man sagt, die Zeit heilt alle Wunden...
Was ich an dir verloren,– wir haben diese Zeit noch nicht gefunden.
versteht so mancher nicht,
nur die, die wirklich lieben,
wissen, wovon man spricht.
  
Du fehlst uns...Es weiß ja keiner,
der's nicht erlebt wie's ist,
...dein Lachen,wenn einer die Flügel hebt.
niemand lacht so wie du.
Und leise, leise sich auf die Reise
...deine Worte,– die letzte – macht.
niemand erzählt so wie du
Es weiß ja keiner,
...deine Witze,dem's nicht geschah
niemand hat deinen Humor.wie's ist, wenn einer nun nicht mehr da.
 
...deine Schritte,Wenn leer die Stätte des,
niemand bewegt sich so wie du.den man hätte so gern noch nah.
 
...dein liebes Gesicht,
niemand sieht so aus wie du.
...und immer sind da Spuren
...deine stattliche Gestaltdeines Lebens, Bilder,
niemand hat deinen Körper.Augenblicke und Gefühle,
 
Du wirst uns immer fehlen,die uns an dich erinnern
denn du bist und bleibstund uns glauben lassen,
einmalig.dass du bei uns bist.

 



Es weht der Wind
in Blatt vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt, man sieht es kaum,
denn eines ist ja keines.

Doch dieses Blatt allein,
bestimmte lang mein Leben,
darum wird dies eine Blatt allein
mir immer wieder fehlen.
 



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