Leben ohne Dich - Für Markus


Markus


Wenn es Dich nicht gegeben hätte,
wäre vieles anders.
Ich wäre nicht so fröhlich gewesen,
ich wäre nicht so mutig.
Ich wäre nicht so hoffnungsvoll.

Die Sonne wäre nicht so hell.
Der Mond wäre nicht so nah.
Der Himmel wäre nicht so blau.

Mein Leben durch Dich war bunt,
mein Leben war Dein Leben.

Wenn es Dich nicht gegeben hätte,
wäre alles anders.
Danke, dass es DICH gab !

... und in mir, in uns, in unserem Herzen
immer geben wird.

Für meinen kleinen tapferen Spatz Markus
von seiner unendlich traurigen Mami und voller Sehnsucht.


Markus



Unser kleiner Spatz Markus wurde am 22.09.2004 geboren.

Wir waren die glücklichsten Menschen, obwohl sein Start ins Leben etwas schwierig war. Erst war alles normal, aber dann lag er nur noch und schlief. Keine offenen Augen, kein Saugreflex, kein Schmerzempfinden.

Wir kamen dann auf die Säuglingsstation. Da er nicht trinken wollte, bekam er eine Magensonde. Ich kam gerade und wollte ihn versorgen, meinen kleinen Spatz. Da hielt man mich zurück und erklärte mir, dass er überreagiert hat und sie gerade dabei waren ihn zu reanimieren. Ich war der Meinung, das wäre der schwärzeste Tag in meinem Leben.

Mein Spatz musste ganz viele Untersuchungen über sich ergehen lassen. Irgendwann guckte er das erste Mal, schrie vor Hunger und trank an meiner Brust. Wir jubelten! Zum Schluss nahm er sogar zu, so dass wir nach Hause konnten.

Eine Diagnose konnte nicht direkt gestellt werden. Es hieß: unklare Stoffwechselkrankheit. Es wurde weiter gesucht und deswegen waren wir noch ein paar Mal im Krankenhaus. Dann fing aber erst mal ein fast normales Leben zu Hause an.

Um seine Muskeln aufzubauen, machten wir ganz viel Krankengymnastik. Es lief so gut. Er hatte schon den Stand von 3 Monaten erreicht. Aber warum er nicht zunahm und daher so ein Zarter war, wusste immer noch keiner. Den einen Morgen mussten wir wieder mal ins Krankenhaus, eigentlich nur zum EEG! Mein Spatz hatte kein Fieber, keinen Husten, keine Anzeichen.

Auf den Weg dahin quälte ihn irgendwas und anschließend ging alles ganz schnell. Er wurde kurzatmig und man stellte Lungenentzündung fest. Für uns ein Schock. Man sagte uns, dass er gegen diesen Virus alleine kämpfen muss, da es kein Medikament dagegen gibt. Und er war doch noch zu zart dafür !! Die erste Nacht ging auch alles gut.

Und die Katastrophe nahm am nächsten Mittag ihren Lauf. Es wurde immer hektischer um meinen kleinen Spatz. Sie nannten es nachher Stoffwechselentgleisung. Auf alle medizinischen Aktionen reagierte mein kleiner Spatz entgegengesetzt. Ich glaube es gab nichts, was in den nächsten Stunden an Medizintechnik noch hätte aufgefahren werden können. Der kleine Kerl kämpfte die ganze Nacht, aber sein kleines Herz war zu schwach um den Kampf gegen Virus und die Stoffwechselkrankheit auszuhalten.

Der Professor sagte uns gegen 02:00 nachts, dass unser Spatz ein großes Problem hat, was auch die Medizin anscheinend nicht in den Griff bekommt. Sie wüssten selbst nicht mehr was sie noch tun können.

Diese Nachricht war so grausam und unfassbar. Seit diesem Augenblick wichen wir unserem Spatz nicht von der Seite. Die Ärzte kämpften bis zum Schluss. Aber das kleine Herzchen wurde immer schwächer.

Als dann auch die letzte Dosis Adrenalin das Herzchen nicht mehr höher schlagen ließ, nahm ich meinen Spatzen ganz fest in meine Arme und ließ ihn nicht mehr los. Es war ganz still, es lief nur noch die Lungenmaschine.

Alle standen verzweifelt da und konnten nur noch auf das Unvermeidliche warten. Mein Mann war die ganze Zeit neben mir.

Eine Stunde lang schlug sein kleines Herzchen noch und es wurde immer schwächer. Ich hielt ihn ganz ganz fest. Irgendwie wurde ich dabei ganz ruhig und sang ihm seine Schlafliedchen.

Und irgendwann nahm der Arzt meine Hände und meinte, ich bräuchte nicht mehr weiter singen. Und ich wollte doch nicht aufhören!!! Ich hielt ihn noch ganz lange, ich wollte ihn doch nicht hergeben. Später dann haben wir unseren kleinen Spatzen für seine Reise zu den Sternen noch gewaschen, schick angezogen und wir durften ihn in ein buntes Kinderbettchen legen.

Mein kleiner Spatz, ich werde dich immer in meinen Armen halten.

Deine Mami, die dich so sehr vermisst.
 



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