Leben ohne Dich - Für Martin



Abschied von einem ganz besonderen Menschen
von Martin


geboren um anderen Liebe, Achtung und Demut zu lehren
und eine Spur in ihren Herzen zu hinterlassen.

Als erster Sohn, kleiner Bruder und Stammhalter.
Erwartet, erwünscht und liebevoll begrüßt.
Du warst so zart und rochst so gut,
wurdest umhüllt mit Zärtlichkeit
und begleitet von guten Wünschen.

Zerfallen die Wünsche, Jahr für Jahr.
Und doch hast Du Dich eingeschlichen,
in die Herzen derer, die Dich kannten,
hast sie weich gemacht.

Hast Lebensperspektiven geändert,
und anderen Stück für Stück
das Laufen gelehrt.

Hast Freundschaften geknüpft
und es Deiner Familie ermöglicht
zu erkennen, was zählt im Leben.
Hast Ihnen zu neuen,
wahren Freunden, beruflicher Entwicklung
und Lebenseinsichten verholfen,
hast sie in ihren Herzen reich gemacht.

Hast es geschafft,
Dir in Deiner Familie
und der Gesellschaft,
Deinen Platz zu erkämpfen.

Hattest einen ganz besonderen Charme.
Warst ein Herzensbrecher.
Hast Dir jede Bewegung,
jeden Schritt und jeden Tag
Deines Lebens hart erkämpft.

Du hast den Menschen,
welche Dir begegneten
Dein Lächeln, Deine Zuwendung
aus vollem Herzen,
ohne unsere Vorurteile geschenkt.

Du warst ein Sonnenschein,
hast mit Deiner offenen Art,
Dich eingeschlichen.
Warst allem zum Trotz ein Geschenk,
ein Kleinod für die,
welche Dich kennen lernen durften.

Es gab Zeiten,
da warst Du schneller als andere,
hast wie von Zauberhand
Kühlschranktüren geöffnet,
Wurst, Brot und Obst
verschwinden lassen.
Hast den Wettkampf genossen
und zum Erlebnis für andere gemacht.


Du warst ein Stehaufmännchen,
hast Dich mühevoll auf die Beine gequält,
bist stolz marschiert
und hast Dir Deine Pausen,
mit Sitzstreik hart erkämpft.

Auch beim Essen hast Du es verstanden
einen Wettkampf daraus zu machen.
Mühevoll hast Du den Löffel zum Mund geführt,
um die erstbeste Gelegenheit zu nutzen
mit der anderen Hand
auf Nachbars Teller zu stibitzen.

Dir konnte man nicht böse sein,
Du warst so süß in Deiner Art.
Hast mit Deinem Lächeln
Herzen im Sturm erobert
und Dein Gegenüber zu einem
liebevollen Miteinander angeregt.


Du kanntest die wahre Liebe,
denn Du hast sie gelebt, gelehrt
und aus vollem Herzen verschenkt.

Den härtesten Kampf,
aus welchem Du schwer geschlagen
als Sieger hervorgingst,
hast Du mit Deinem sonnigen Gemüt,
Bewegungsfreiheit, Gesundheit
und Lebensqualität bezahlt.
Wusstest Du doch,
da ist ein Band,
welches Dich noch hält,
auf dieser, nicht für Dich, bereiten Welt.

Deiner Familie
hast Du unendlich viel gegeben,
obwohl Du im Sinne der Gesellschaft
nur Belastung warst.
Hast sie gelehrt,
was Liebe um seiner selbst Willen heißt,
hast auch sie zu Kämpfern qualifiziert.

Alles in Deinem Leben
hast Du hart erkämpft.
Jeden Laut, jeden Handgriff,
jeden Rutscher,
dann endlich, jeden Schritt
und heute einen Platz im Paradies.

Den Platz in den Herzen derer,
die Dich kennen und lieben lernen durften
hast Du für immer eingebrannt.

Du hast nicht umsonst gelebt,
hast Deine Spuren hinterlassen.
Ich bin mir sicher,
da wo Du jetzt bist
kannst Du über Wiesen springen,
kannst all das tun wobei Du bisher
nur Zuschauer warst.

Kannst gedenken derer,
die liebevoll für Dich sorgten,
Dir Geborgenheit, Wärme und Halt gaben.
Und ich glaube sogar,
ich höre Dich rufen,

"Danke für Jahre, die Liebe
und die liebevolle Fürsorge.
Danke Mama, danke Papa,
danke Melanie, danke Corinne.
Danke für 16 Jahre liebevolle Pflege,
Hilfe, Begleitung
und Herzenswärme.
Ich habe jede Stunde mit Euch genossen.
Mir geht es nun wirklich gut,
also lasst mich gehen,
denn eines Tages werden wir uns wieder sehen.
Bis dahin lebt nun euer Leben,
denkt an mich, aber werdet frei und vergesst nicht,
was ich Euch gelehrt habe".



Martin



Abschiedsbrief

Ich schickte einen Engel
auf eine weite Reise.
Zu einem süßen Bengel,
der lebte nur noch leise.

Er sollte ihn begleiten
wohin er gehen mag,
nicht schützen oder leiten,
nur da sein Tag für Tag.

Und senkt das Dunkel nieder
sich auf des Jungen Haupt,
begleitet er ihn wieder,
weil er doch an ihn glaubt.

So ist es auch gekommen,
der Junge, der ging fort.
Den Engel mitgenommen
an einen andren Ort.

Jetzt kann der Junge lesen
und mich wohl auch versteh'n
Schön, dass Du hier gewesen,
wir werden uns mal seh'n.

Du hast so viele Herzen
berührt und aufgetan,
in Freude und in Schmerzen,
das war Dein Lebensplan.

Wohl niemand kann ermessen,
was Du uns hast gelehrt,
wir werden's nicht vergessen,
nichts war daran verkehrt.

Und sollt ich einmal wanken,
bezweifeln allen Sinn,
komm zu mir in Gedanken
damit ich ruhig bin.

Dein Bild in meinem Herzen,
ein Stern am Himmelszelt,
vergessen wir die Schmerzen,
denn uns gehört die Welt.

Jeden dieser Sätze,
gibt's, Junge, nur durch Dich.
Sie sind wohl Deine Schätze,
und leuchten nur durch mich.

Wärst Du gar nicht gewesen,
so würd' hier auch nichts stehen,
alle soll'n dies lesen
und Dich darin ansehen.

Dies ist mein Kranz,
mein Grabgesteck,
mein schwarzer Trauerflor
Du stehst im Glanz
und lächelst keck,
zum Himmelszelt empor.

Tschüss, Martin, irgendwann lern ich Dich kennen.

(Josef Kellermann)




Für Martin


Hallo junger Unbekannter,
von Sylvia stets Erstgenannter,
bist wieder einmal auf Station;
ach, Du kennst das alles schon
und doch ist's jedes Mal auch neu,
es scheint Dein Pech, das bleibt Dir treu.

Wie wird es denn nur weitergehen?
Wie wirst Du all das überstehen?
Das, Martin, weiß nur Gott allein
und er wird immer bei Dir sein.
Sein bestes Werkzeug hier auf Erden,
durfte Deine Mutter werden.

Ob sie an Gott glaubt oder nicht,
fällt dabei gar nicht ins Gewicht.
All das, was Gott mit Menschsein meint,
hat sich in dieser Frau vereint.
Ja, so kümmert sich der Herr
um Dich und viele andre mehr.

Deine Mutter, junger Mann,
die vieles, doch nicht alles kann,
ist ein Engel ohne Flügel,
erklimmt wie Sisyphus den Hügel
und kurz vorm Gipfel rollt der Stein
stets wieder in das Tal hinein.

Doch niemals soll das Tal sie schrecken,
sie wird den Funken Kraft entdecken,
der den nächsten Anlauf startet,
bevor im Tal das Schicksal wartet.

Nun, was soll ich weiter sagen?
Ein Teil der Last könnt ich wohl tragen.
Ich komme zu Dir im Gebet
und bitt, dass's Dir bald besser geht.

(J. Kellermann)



Martin



Ein Kindlein musste von der Erde gehen.
Es tut so weh und man kann es nicht verstehen.
Nun schreibe ich dem Kindlein ein Gedicht,
denn vergessen werde ich es nicht:

Ich durfte dich kurz kennen lernen
und nun bist du schon bei den Sternen.
Geredet hast du mit mir nicht,
ich las so einiges in deinem Gesicht.
Gestreichelt habe ich deine Hand,
ein leichtes Drücken, das uns verband.
Ich wollte dir so vieles geben,
für ein besseres, einfacheres Leben.
Jetzt bist du erlöst vom Schmerz und vom Leid,
du hast dich ganz alleine befreit.
Den Weg musst du nun alleine gehen,
ich bin mir sicher,
wir werden uns irgendwann wieder sehen.
Die Tränen laufen mir durch das Gesicht,
sei dir sicher, ich vergess` dich nicht!
Viele werden um dich weinen,
können den Schmerz nicht mit sich vereinen.
Du schaust ihnen vielleicht zu
und freust dich auf die ewige Ruh`.
Liebes Kind, ich möchte mich bei dir bedanken,
du lebst weiter, in unseren Gedanken!



Du hast so viele Herzen

Martin

berührt und aufgetan

In Freude und in Schmerzen
das war dein Lebensplan.

Mit diesem Vers möchten wir uns bei allen
Freunden, Kollegen und Bekannten
für die lieben Abschiedsgrüße an unseren
Sohn Martin bedanken.

Vielen Dank für die Hilfe in den schweren Stunden.

Ralph und Sylvia Plesar, sowie Melanie und Corinne



Martin


Martin
 



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