Mathias

*15.09.1978 †31.07.1994
In einem Meer aus Tränen
Mathias ist tot.
Verzweiflung und Wut
Schmerz und Leere.
Unendliche Traurigkeit –
ein Bach aus Tränen.
Die Welt verdunkelt sich.
Gehirntumor – OP 1983.
Greifswald-Station Brieger.
Kinder ohne Haare,
aber mit Gesichtern
voller Traurigkeit und Hoffnung.
Mathias gehört dazu –
und ein Bach aus Tränen.
Langsam kommt die Sonne wieder durch.
Elf Jahre Himmel und Hölle,
Freude und Schmerz
und immer wieder –
ein Bach aus Tränen.
Dunkle Wolken am Himmel.
Mathias hat Fieber.
Vier Wochen Fieber.
Und dann in der Nacht –
das Herz hört auf zu schlagen.
Unsere Fragen verlieren sich –
in einem Bach aus Tränen.
Das erste Weihnachtsfest ohne Mathias.
Wie kann man Kerzen anzünden,
wenn das Herz zerfließt –
in einem Bach aus Tränen?
Jeder Tag gefüllt mit stummen Zwiegesprächen.
Kann er mich hören, sieht er meine Tränen?
Ich spüre ihn und kann ihn nicht berühren.
Unendliche Sehnsucht endet –
in einem Bach aus Tränen.
Unendlich viele Bäche,
ein Meer aus Tränen.
Werden wir schwimmen lernen
oder darin ertrinken?
