Mexx

*10.04.2004 um 20:42 Uhr
465 g
30 cm
 

Mexx

Bedenkt –
den eigenen Tod,
den stirbt man nur.

Doch mit dem Tod der anderen
muss man leben.

Mascha Kaléko


10 Tage danach

Wieder ein Tag ohne dich...

.. jetzt hab ich schon geglaubt, ich könnte wieder lachen.
.. hab gehofft, wieder zu atmen.
.. hab mir gewünscht, traumlos frei die Nacht zu verbringen.
.. voll von der Gier, mich zu belügen und Dich weiter in mir zu tragen.

.. hab wieder schmerzhaft gespürt, wie Du da bist, in allem was ich tue.
.. hab wieder für Dich kaufen wollen.
.. hab wieder für Dich Vitamine genommen.
.. Wehen mit Deiner Bewegung in mir verwechselt.

.. wollte Dich wieder mit einplanen für den kommenden Sommer.
.. hab wieder geglaubt, es gäbe einen für uns.
.. hab wieder gehadert, ob ich Dir gerecht werden kann.
.. hab wieder verdrängt, dass Du Dich davon gestohlen hast.

.. wenn ich könnte würde ich Dir jetzt den Hintern versohlen.
.. hab Dich doch schon so fest eingeplant.
.. hab doch schon mit Dir Zurückklopfen geübt.
.. hast doch schon Zuspruch Deiner Geschwister erhalten.

.. hab Dich durch meinen Bauch gestreichelt.
.. wir gehörten doch zamm, was machst Du denn bloß?
.. hast doch meine Liebe spüren müssen, warum dann der Abschied?
.. und verdammt, wann sehen wir uns wieder?

Du weißt, es ist jetzt Frühling, aber Du weißt, für mich nicht ohne Dich!


Mexx


Mexx

Seit 2 Wochen bist du nun fort von mir......

...und hast mich mitgenommen.

Alles ist so ruhig, so sanft. Alles ist so kraftlos, ohne Perspektive. Aufgabe, Auszeit, Erwachen. Weinen und Schweigen, Schweigen und Weinen. Tag für Tag und Nacht für Nacht. Fragen, Schuldzuweisungen, ausbleibende Antworten.

Schwerelosigkeit und Berg- und Talfahrten im Wechsel. Ich bin nicht mehr Herr meiner Sinne. Fühle mich schwach und verletzt.

Suche Deine Nähe, suche nach meiner Sicherheit. Alles schien schon so klar, alles wurde anders. Hin- und hergetrieben zwischen der Sehnsucht nach Dir, dem Funktionieren hier und der Ohnmacht. Will mich vergraben, die Trauer überwintern. Will wieder erwachen in dem Wissen um einen bösen Traum, der nur ein solcher war. Will Dich in meinem Bauch. Will keinen Abschied von den Wehen. Den Schmerzen durch Dich. All das nehm ich in Kauf, wenn Du mir dadurch nur näher bist. Will Dich nicht loslassen.

Will alles anders haben. Begreife nicht, wo Du jetzt bist. Suche nach Zeichen von Dir.

Will Dich warm in mir, nicht grausam schmerzend in meinem Herzen tragen. Will Dich genießen, mich an Dir reiben, auch aufreiben. Es war nicht nötig, es war falsch zu gehen.

"Nichts wird mehr sein, wie es jemals war." Wird es besser, wird es schlechter, wird es anders, wird es bewusster, wird es versöhnlicher, wird es verträglicher? Wird es freudvoller, wird es trauriger, wann wird es denn nun anders?

Ich sitze immer noch so, dass Du es bequem hast. Bleib nur bei mir.

Mexx
 



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