Pascal

Pascal M.

*27.09.1996†16.04.2015

Pascal kam am 27.09.1996 per Kaiserschnitt zur Welt. Er war das vierte Kind unserer Familie. Er wog 2130 gr. und war 47 cm gross. Er war der Sonnenschein in unserer Familie, da unser erst geborener Sohn Dominik geb. am 19.10.1988 mit 11 Wochen am 31.12.1988 am plötzlichen Kindstod verstarb.

Danach kamen zwei Mädchen: Jennifer 02.10.1989 und Vanessa 24.07.1992. Dann am 27.09.1996 endlich noch ein Junge, unser Pascal. Er war ein ruhiger liebevoller Junge, in den sich jeder in den ersten Minuten schon verliebte. Er wuchs bis zu seinem fünften Lebensjahr ganz normal auf.

Dann bei einer U-Untersuchung sagte uns der Kinderarzt, er glaube Pascal hat das Marfan-Syndrom. Das ist eine Bindegewebskrankheit, die sich meistens an den Knochen und am Herzen äußert.

Ab diesen Tag nahm das Schicksal seinen Lauf. Wir fuhren zu Herzspezialisten, Orthopäden, Augenärzten usw. Als Pascal knapp sechs Jahre war, hatte er eine Hodenverdrehung und er musste notoperiert werden, dabei wurde ein Hoden entfernt, der andere befestigt, dass er sich nicht mehr verdrehen konnte.

Als Pascal dreizehn war, wurde er in Vogtareuth bei Rosenheim an der Wirbelsäule versteift, da er eine s-förmige Skoliose bekam. Vier Wochen lag er in der Klinik und musste danach ein Jahr ein Korsett tragen, 24 Std. am Tag. Er hielt alles so tapfer durch und war trotzdem immer fröhlich und lebensfroh. Dann stellte man fest, dass seine Herzaorta sich immer weiter ausdehnte. Mit 17 Jahren war sie so weit, dass er um eine OP nicht mehr herum kam. Am 27.11.2013 war es dann soweit. Er wurde in München im deutschen Herzcentrum fast neun Stunden operiert. Seine Aorta wurde durch eine künstliche ersetzt. Es war wieder eine sehr große und schwere OP.

Vier Wochen Klinik, dann gleich noch vier Wochen Reha. Fast ein Jahr war Pascal zu Hause. Dann ging er wieder ab September 2014 in die Schule. Er ging nach Greding in die Wirtschaftsschule. Dort lernte er neue Freunde, tolle Lehrer und gute Vertrauenslehrer kennen. Alle gingen mit ihm verständnisvoll, vorbildlich liebenswert und freundlich um. Das machte ihn glücklich und er liebte diese Schule, ging sehr gerne dort hin.

Leider stellte man ein halbes Jahr nach seiner OP am Herzen fest, dass seine Aorten-Klappe durch die OP sehr undicht wurde. Januar 2015 entschloss man sich dann im Herzcentrum München, dass er operiert werden muss und benötigt eine künstliche Herzklappe. Der Termin wurde auf den 26.03.2015 festgelegt. Wir fuhren hoch, Pascal wurde den ganzen Tag untersucht und es hieß, er wird am 27.03. operiert.

Am Abend erfuhren wir dann, sie haben einen Notfall und kein Bett frei. Er wird erst am Montag den 29.03. operiert. Also nahmen wir Pascal mit ins Hotel. Wir fuhren mit Pascal in den Tiergarten in München, da Pascal Tiere über alles liebte. Besonders seinen Jorkshire Terrier Hündin Gina, die er vier Monate vor seiner Herz-OP von mir bekam. Sie und er waren ab dem ersten Tag an ein Herz und eine Seele. Als wir im Tiergarten waren, bekamen wir einen Anruf von der Herzklinik. Sie bekommen neues Material an Herzklappen. Deshalb wird die OP um zwei, drei Wochen verschoben. Also fuhren wir am 28.03. wieder nach Hause.

Nach zwei Wochen rief ich dann in der Klinik an und fragte nach, ob das Material schon da wäre, da Pascal schon immer müder und schwächer wurde. Sie sagten es käme die nächsten Tage und der Termin wird auf den 22.04.2015 gelegt, da vorher kein Termin frei ist. Zehn Tage vor dem Termin rief ich nochmal in der Klinik an, sagte wieder Pascal ist schon sehr schwach, ständig müde und isst kaum noch was. Doch der Termin blieb am 22.04. bestehen.

Am 13. und am 15.04. rief ich den Arzt an. Er kam vorbei, fragte Pascal ob er ins Krankenhaus will. Doch Pascal sagte immer: nein, es geht mir gut. Ich muss eh bald wieder lange genug ins Krankenhaus. Immer sagte er: Mama mach dir keine sorgen, ich lasse dich nicht allein. Ich liebe dich sehr und dass er sich sehr freut wenn die OP herum ist und es ihm wieder besser geht.

Am 15.04. nachts um halb zwei ging ich zur Toilette, sah bei Pascal im Zimmer noch Licht. Ging zu ihm, er schaute noch Fernsehen. Ich sagte: Schatzi, komm mach doch den Fernseher aus und schlafe. Du brauchst deinen Schlaf. Wie immer sagte er: Mama, mach dir keine Sorgen, mir gehts gut. Ich lass dich doch nicht allein. Ich hab dich sehr lieb, Mama. Ich sagte ihm wie sehr ich ihn liebe und: gute Nacht bis morgen, schlaf gut.

Dann ging ich zu Bett. Da wusste ich leider noch nicht, dass ich zu diesem Zeitpunkt meinen Jungen das letzte Mal lebend sah.

Um dreiviertel fünf stand ich auf, wollte zur Arbeit. Ging mich waschen und wollte noch kurz zu Pascal sehen. Da lag er in seinem Bett, ich streichelte ihn im Gesicht und spürte er war eiskalt. Ich erschrak, schrie durch das ganze Haus: Pascal ist tot!

Mein Lebensgefährte kam, tastete seinen Puls und Herz und rief den Notarzt. Als der nach fünf Minuten kam, sagte er Pascal, hätte im Schlaf Herzkammerflimmern bekommen und sei verstorben. Er hätte nichts gespürt und keine Schmerzen gehabt. Ich war wie erstarrt.

Ich habe das Wichtigste in meinem Leben verloren. Und die Frage warum quält mich heute noch. Ich vermisse ihn so sehr. Jeden Tag Tränen und die Gewissheit, ich sehe meinen Sonnenschein, meinen Jungen nie wieder. Er und ich waren nicht nur Mama und Sohn, wir waren auch die besten Freunde. Wir hatten uns oft ohne Worte verstanden, waren immer füreinander da, liebten uns über alles.

Ohne Pascal ist unser Leben sehr leer geworden. Er wird sooo sehr vermisst. Wir tragen ihn in unserem Herzen. Wir lieben dich so sehr !!

Deine Mama Doris, dein Stiefvater Ronny, deine Schwester Vanessa und Jennifer, deine Freunde, Mitschüler, Onkel, Tanten u. alle, die dich lieben !!

Bilder und Gedichte für Pascal



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