Leben ohne Dich - Für René Pascal

Tod eines schwerstbehinderten Jungen

Leichtsinn oder Unfähigkeit des Hausarztes?

Der 16-jährige René K. war mehrfach schwerstbehindert und wurde tagsüber von 8:00 - 19:00 Uhr in der Lebenshilfe Salzgitter e.V. betreut, wobei der Vater den Jungen morgens brachte und abends wieder abholte.

Während dieser Zeit wurde der Junge in regelmäßigen Abständen vom Hausarzt der Familie K. in der Einrichtung der Lebenshilfe untersucht. So auch am Mittwoch, dem 27.06.2007: Die Untersuchung ergab keinen besonderen Befund, abgesehen davon, dass René erneut 3-mal täglich inhaliert werden sollte.

Als der Vater René am Freitag, dem 29.06. gegen 19:00 Uhr abholte, hustete der Junge etwas – sonst war sein Zustand jedoch in Ordnung. Am Wochenende stellte der Vater eine erhöhte Temperatur bei dem Jungen fest, die sich jedoch mit 38,4° C nicht als besorgniserregend darstellte, da René des Öfteren an erhöhter Temperatur litt.

Der Vater gab prophylaktisch Paracetamol, worauf die Temperatur des Jungen auf unter 37° C sank. Am Montagmorgen schien sich der Gesundheitszustand von René wieder stabilisiert zu haben, obwohl der Junge noch immer hustete. Aus Vorsicht bat der Vater den morgendlichen Betreuer von René, sicherheitshalber den Hausarzt der Familie K., den Allgemeinmediziner Herrn L. aus Gebhardshagen, anzurufen und ihn zu bitten, sich René nochmals anzusehen und ihn zu untersuchen.

Am 02.07.07 gegen 12:15 Uhr fand die "Untersuchung" statt, wobei der Arzt René abhörte und die Temperatur durch "Handauflegen" maß – und daraufhin entschied, eine Einweisung in die Kinderklinik sei nicht notwendig. Es sei anzumerken, dass der Hausarzt René seit mehr als 10 Jahren behandelte und die Anfälligkeit des Jungen für Infektionen der Atemwege und der Lunge genau kannte.

Mit dem Chefarzt der Kinderklinik in Lebenstedt hatte der Vater vereinbart, dass René bei unklarer Diagnose in jedem Fall und umgehend stationär aufgenommen wird – warum der Arzt den Jungen nicht zur genauen Klärung vorsorglich einwies, bleibt ungeklärt.

Als der Vater René an diesem Tage gegen 19:00 Uhr von der Lebenshilfe abholte, hatte sich der Zustand des Jungen erschreckend verschlimmert – seine Betreuerin berichtete dem Vater, sie habe den Jungen komplett umziehen müssen, da er total durchgeschwitzt war. Außerdem sei er unruhig und sein Husten habe sich ebenfalls verschlimmert. Sie riet dem Vater, René umgehend in die Kinderklinik zu bringen. Weshalb sie selbst nicht den Notarzt verständigte, bleibt ebenfalls ungeklärt...

Der Vater fuhr mit dem Jungen erst nach Hause, um die Temperatur des Jungen zu messen. Die Messung ergab eine Körpertemperatur von 41,6° C, worauf der Vater den Jungen unverzüglich in die Kinderklinik in Lebenstedt verbrachte, wo René umgehend ärztlich versorgt wurde und ihm unter anderem fiebersenkende Medikamente verabreicht wurden.

Noch währen der Aufnahme sank Renés Körpertemperatur auf unter 39° C und er beruhigte sich sichtlich. Der Vater verließ das Krankenhaus gegen 20:00 Uhr in der Gewissheit, dass René gut versorgt ist.

In der Nacht vom 3. auf den 4.7. verschlechterte sich Renés Zustand so schnell, dass der Junge nicht einmal mehr auf die Intensivstation verlegt werden konnte. Trotz aller Menschen möglichen Bemühungen der Ärzte stieg die Körpertemperatur des Jungen auf weit über 41° C und sein Herzschlag stieg auf über 200 und die Atmung setzte aus.

Alle Reanimationsmaßnahmen der Ärzte zeigten keinen Erfolg.

Am 4.7. um 00:35 Uhr verstarb René.

Der Hausarzt hatte nicht einmal den Anstand, sein Beileid zu bekunden...

Kein Kind sollte vor seinen Eltern sterben müssen !

Michael Klinke
 



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