Leben ohne Dich - Für Robin & Robin-Elias


Nach unserer Hochzeit am 12.05.2001 erfuhr ich am 28.6.2001, dass ich schwanger bin. Damals bereits in der 11. Woche. Es war zwar noch nicht geplant, aber wir haben uns doch sehr über den Krümel gefreut.

Ich ging dann regelmäßig zu meiner Ärztin Frau Dr. E., bei der ich immer gut behandelt worden bin, und dies schon seit 4 Jahren. Alles war bei den Untersuchungen in Ordnung und die Schwangerschaft war schön, wenn auch nur kurz. Denn dann kam die Zeit, in der ich merkte, dass ich öfter einen harten Bauch bekam. Da ich aber schon mal ein Kind bekommen habe, dachte ich mir, das wäre normal, weil die Gebärmutter übt und sich vorbereitet.

Da es immer schön warm war, sind wir öfter ins Freibad gefahren, das wollten wir auch an diesem Tag nach der großen Untersuchung. Am 31.7.2001 hatte ich wieder eine große Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall. Als sie dann aber anfing zu schallen, wurde sie immer ruhiger und sagte nix mehr. Dann fragte sie mich nach Kindsbewegungen, ich sagte, dass ich noch nichts gespürt habe aber sonst keine Probleme hatte.

Sie sagte dann ganz traurig nach fast 10 Minuten schallen, dass sie keine Herztöne findet und sich das Kind auch nicht bewegt. Ich hatte einen Schock. Warum ich? Warum mein Kind?

Sie erklärte mir dann die weiteren Schritte nachdem sie mich einigermaßen getröstet und beruhigt hatte. Mein Mann und meine Tochter saßen im Warteraum. Als ich und die Ärztin heraus kamen, wusste er gleich, dass irgendwas nicht stimmte. Ich sagte erst etwas, nachdem wir die Papiere und die Überweisung für das Krankenhaus hatten.

Vor der Tür fiel ich dann meinem Mann in den Arm und sagte was los ist. Wir haben beide nur geweint. Wir fuhren dann alle gleich von der Praxis aus ins Krankenhaus, dort hieß es dann stundenlanges Warten, was uns noch mehr fertig machte. Dann kam endlich der Kontrollultraschall, der noch alles bestätigte was die Ärztin auch gesagt hatte. Also Aufnahme und Zimmerzuteilung.

Es war ein Einzelzimmer. Mein Mann fuhr dann erst mal mit unserer Kleinen nach Hause und sagte Bescheid was los sei. Als er wiederkam, hatte ich schon das erste Scheidenzäpfchen bekommen, was zum Ausstoß des Kindes führen soll. Nun musste ich liegen und ich wartete auf die Wehen.

Mein Mann fuhr nun wieder heim. Mit Schmerzmitteln, die ich nicht brauchte, weil ich keine empfand. Dies muss immer noch der Schock gewesen sein. Endlich dann nach Mitternacht, leider weiß ich nicht die Zeit, geschah es dann ganz schnell. Ich musste noch mal auf den Schieber, da ich nicht auf Toilette durfte. Ich wunderte mich, dass ich so lange auf Toilette musste und schaute nach. Da sah ich das Blut.

Ich setzte mich langsam aufs Bett und schaute mir die Vorlage an: da lag mein kleines Würmchen darauf, noch ganz klein aber doch wie ein kleines Wunder, still am 1.8.2001 geboren.

Erst dann rief ich die Ärztin und alle kamen ins Zimmer gerannt. Sie nahmen es in einer Schale mit und ich sah es nie wieder. Ich wurde dann vorbereitet auf die Ausschabung, dann folgte die OP.

Am nächsten Tag weinte ich noch oft viel und fragte mich immer wieder: Warum? Schließlich durfte ich am 2.8.2001 endlich wieder nach Hause. Die Zeit danach war schwer, aber ich war nicht mehr alleine mit dem Schmerz. Später erfuhren wir bei meiner Ärztin, dass sich der kleine Robin mit der Nabelschnur erdrosselte, er aber ganz gesund war.

Ich wusste irgendwie, dass es ein Junge war. Er gehört wie meine beiden Mädchen zu unserer Familie dazu. Besonders für meine damals 3-jährige Tochter bleibt es der kleine Bruder. Und für uns der kleine Sohn ROBIN.
 
 




Als wir uns im Juli entschieden noch ein Kind zu bekommen, dachten wir an nichts Schlimmes. Leider wurden wir eines Besseren belehrt.

Im August, nachdem meine Regel ausblieb, ging ich zu einer Frauenärztin, die leider auch nicht die richtige war. Trotz allem stellte sie am 23.8.2005 fest, dass ich in der 7. Woche war und wir haben uns alle nur gefreut.

Am Anfang war mir etwas komisch und ich hatte oft Hunger. Aber die Schwangerschaft war so kurz, sie war auch sehr schön. Alle Untersuchungen waren nicht so gründlich wie bei meiner alten Ärztin, aber da sie keine Sprechstundenhilfe mehr hatte, dachte ich, dort wird alles stressig und ging zur falschen Ärztin.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung in der 7., 9., 13. und 17. SSW. war alles okay. Obwohl ich abnahm, machte sich die Ärztin keine Gedanken. Ich aß aber nahm ab. Irgendwie komisch, trotzdem vertraute ich ihr. Ich und mein Mann haben auch leichte Kindsbewegungen gespürt, was sich wie flattern unter der Bauchdecke anfühlte, und auch so waren alle Werte in Ordnung und mir ging es gut und so auch unserem kleinen Kängurubaby, wie wir es liebevoll nannten.

Ich habe es immer fröhlich rumturnen sehen beim Baby-TV. Aber dann kam der Termin der Feindiagnostik und auf einmal wurde alles anders. Der 24.11.2005 sollte alles verändern, zum zweiten Mal in meinem Leben. Sie suchte unendlich lange und fand keine Herztöne und es wurden auch keine Kindsbewegungen mehr festgestellt. Sie war sehr einfühlsam. Das war aber eine andere Ärztin, die auf solche Ultraschallfeindiagnostik spezialisiert ist.

Nun schickte sie die Kinder raus und machte alle Papiere und Termin für das Krankenhaus fertig. Sie war sehr feinfühlig und hat mich und meinen Mann getröstet. Trotzdem ging es uns miserabel und die Kinder haben dann mit uns geweint als wir aus der Praxis raus waren.

Ich fuhr dann noch einmal nach Hause um die Tasche zu packen und habe an dem Tag noch viel geweint. Warum nur unser Kind? Warum ein zweites Mal? Wir sind dann am nächsten Tag in das St.-Georg, dann kam die Aufnahme-Untersuchung, Ultraschall zur Abklärung und der Rest.

Alles ging irgendwie an mir vorbei. Meine Mädels und mein Mann fuhren dann erst mal nach Hause. Ich bekam gleich die ersten Tabletten eingelegt, das wiederholte sich dann noch zweimal, die letzten Tabletten musste ich oral einnehmen. Und dann ging die ganze Nacht ganz langsam vorbei.

Ich hatte große Wehenschmerzen und bekam auch was dagegen, aber die Seele war nicht schmerzfrei. Gegen 7 Uhr dann endlich Blasensprung und rüber in den Kreißsaal. Die Ärztin sagte bis zum Mittag ist alles überstanden, sie sollte recht behalten. Punkt 9 Uhr kam unser kleiner Robin-Elias still auf die Welt. Er war 155 g leicht und ca. 20 cm groß und er war fertig entwickelt, nur noch wachsen hätte er müssen.

Mein Mann kam auch noch mit den Kindern, dann wurde die OP gemacht. Gegen Mittag kam ich wieder hoch in das Zimmer und meine Familie wartete schon auf mich. Ich lenkte mich etwas ab, aber so richtig ging dies nicht. Als alle wieder weg waren, besuchte ich meinen Sohn im Kreißsaal in einem ruhigen Zimmer. Eine Stunde habe ich ihn mir angeschaut und ihn berührt und mit ihm geredet. Das hat gut getan.

Er war wunderschön, von der Hebamme erhielt ich eine Schachtel mit zwei Bildern, Armband mit seinem Namen drauf und eine Trauerkarte, ich freute mich sehr darüber. Überhaupt waren alle lieb zu mir. Die Ärztin und auch die Hebamme. Über den Schmetterlingsverein lassen wir ihn beerdigen und man hat einen Platz, wo man auch später hingehen kann.

Am nächsten Tag bin ich wieder nach Hause. Meine alte Ärztin habe ich auch wieder besucht, sie war auch gleich ganz fürsorglich. Jetzt bleibe ich bei ihr. Wir haben erfahren, dass er wohl durch eine Störung am Mutterkuchen (Asthmamedikamente) nicht richtig versorgt wurde und so wohl dann gestorben ist, aber nicht gelitten hat.

Er gehört genau wie Robin zu unserer Familie. Als Sohn Robin-Elias und auch als kleiner Bruder?
 



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