Leben ohne Dich - Für Robin


Robin


Denk ich an dich ...

Denk ich an dich,
fallen mir als erstes deine großen dunkelbraunen Augen ein,
Augen die sprechen konnten.


Denk ich an dich,
seh ich dein überwältigendes Lächeln,
ein Lächeln, das leider viel zu selten in deinem Gesicht stand.


Denk ich an dich,
hör ich deine tiefe Stimme, eine Stimme,
an die ich mich monatelang nicht gewöhnen konnte
und jetzt so vermisse.


Denk ich an dich,
erinnere ich mich an die vielen schönen Momente,
die wir beide hatten,
Momente, die mich durch die schweren Tiefs tragen.


Denk ich an dich,
seh ich dich gegen alle Ungerechtigkeiten kämpfen, Ungerechtigkeiten, für die du dein Schweigen gebrochen hast.

Denk ich an dich,
seh ich dich mit dem Stift in der Hand,
dem Stift konntest du so wundervolle Zeichnungen entlocken.


Denk ich an dich,
seh ich dich mit deiner Schwester
auf dem Boden hocken und spielen,
bei ihr konntest du selbst wieder ein Kind sein.


Denk ich an dich,
seh ich dich mal kuschelnd und mal tobend mit Jessi,
unserem Hund, Jessica, der du alle Geheimnisse erzählen konntest ... denn bei ihr waren sie sicher.


Denk ich an dich,
hör ich deine oft viel zu laute Musik, Lieder,
bei denen du die Welt um dich herum vergessen konntest.


Denk ich an dich,
seh ich dich an deinem Schlagzeug sitzen,
trommelnd und allen Frust deiner Seele aus dir raus schlagend.


Denk ich an dich,
höre ich dich singen,
etwas schräg manchmal, aber immer voller Inbrunst.


Denk ich an dich,
seh ich dich grübelnd auf deinem Bett liegen,
Grübeleien, in die du mich nur selten eingeweiht hast.


Denk ich an dich,
höre ich dich mit deinem besten Freund lachen und rumalbern.

Denk ich an dich,
seh ich dich auf mich zukommen und höre deine Worte zu mir:
Komm her, meine kleine Mutti, und lass dich mal drücken.


Denk ich an dich,
erinnere ich mich an deine Dankbarkeit für Klitzekleinigkeiten, Dankbarkeit, die dir auszudrücken sehr schwer fiel –
man sah sie nur in deinen Augen.


Denk ich an dich,
dann denk ich auch an die "Die Ärzte",
und ich weiß, dass dir das Lied
"Lass die Leute reden" super gefallen hätte.


Denk ich an dich,
seh ich die Seerobben,
denn der Ähnlichkeit mit deinem Namen,
hast du deinen geliebten Spitznamen "Robbe" zu verdanken.


Denk ich an dich,
höre ich deine Worte über Tante Sylvie,
die deiner 4-jährigen fassungslosen Meinung nach
die Teller wieder schmutzig in den Schrank stellte,
weil du noch keinen Geschirrspüler kanntest,
und ich muss wieder schmunzeln.


Denk ich an dich,
dann seh ich dich voller Genuss meinen Kartoffelsalat mampfen,
den ich bis heute noch nie wieder machen konnte,
weil du ihn so geliebt hast.


Und da ich ständig an dich denke
seh ich dich so vor mir, als wärst du nie gegangen,
immer noch bei mir ... und das bist du auch,
tief in meinem Herzen,
und in allen meinen Gedanken, solange ich lebe.


Deine Mutti
 



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