Leben ohne Dich - Für Stanjo


Die Unfassbarkeit des Todes

Ich habe es verstanden,
aber begreifen werde ich es nie.

Stanjo, mein Kind, ist tot?

Ich habe ihn da liegen sehen,
aber nicht glauben können, dass wirklich er dort lag.
Ich habe ihn gefühlt, gestreichelt und geküsst,
aber er gab nichts zurück.
Ich habe seinen Namen gerufen,
aber es kam kein Echo.
Ich habe geschrien und geweint,
aber er war nicht da, um meine Tränen zu trocknen.
Ich habe gezittert und gefroren,
und das in einer lauen Frühsommernacht.
Ich habe gespürt, wie die Kälte seines Körpers in mein Herz kroch
und es zerspringen ließ,
aber trotzdem lebe ich weiter.

Ich habe es verstanden,
aber begreifen werde ich es nie.

Stanjo, mein Kind, ist tot!
 



Für Stan – von Uschka

Dein Tod ist meine Seelenqual,
in Worte nicht zu fassen.
Scheint schlimmer nur von Mal zu Mal,
wird niemals mich verlassen.

An Himmelfahrt da gingst du fort,
das Herz ward mir zerrissen.
Wo find ich dich, an welchem Ort?
Werd' ewig dich vermissen.

Das schlimme Urteil "lebenslang"
bestimmt nun Tun und Denken.
Warum nur, frage ich mich bang,
darf Liebe ich nicht schenken.

Der fremde Rat klingt mir wie Hohn:
"Denk doch auch mal an Morgen!"
Dabei ist, als du gingst, mein Sohn,
ein Teil von mir gestorben.

Und nichts und niemand auf der Welt
kann heilen diese Wunden.
Der Schmerz sie immer offen hält
für Jahre, Tage, Stunden.

Und weil das Leben weitergeht,
erscheint es mir vermessen –
als hättest Du niemals gelebt,
nie ein Gesicht besessen.

Doch schließ' ich Augen, Ohren, Mund,
kann ich der Welt entrücken,
dem Jetzt und auch des Todes Schlund.
Mein Herz springt vor Entzücken:

Da stehst Du, wie am letzten Tag,
ein Lächeln auf den Lippen.
Dies Bild ich gern behalten mag,
fängt es auch an zu kippen.

Ich halt es fest, geb es nicht her,
lass mich davon betören
und wandle in Gedanken schwer,
um aller Welt zu schwören:

Du bleibst in alle Ewigkeit
vertäut in meinem Herzen,
wirst überdauern Raum und Zeit,
die ich durchleb' in Schmerzen.

Bis eines Tages enden wird
mein Flehen und mein Weinen.
Das Schicksal mich dann zu Dir führt,
um uns im Tod zu einen.
 



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