Sollte diese E-Mail nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.
Logo Titel

Trauerarbeit in Zeiten der COVID-19-Pandemie…

Diesem Hauptthema widmet sich unser 2. Newsletter 2020. Wir möchten Euch einen Überblick über die Arbeit unserer Trauergruppen und des Vereins in dieser Krisenzeit geben und Euch ermutigen trotz aller widrigen Umstände Eure Trauerarbeit fortzusetzen oder diese zu unterstützen.

Wir wollen an dieser Stelle auch den vielen Verstorbenen gedenken, die durch die Corona-Krise ihr Leben verloren haben. Unsere tiefe Anteilnahme gilt den Angehörigen und Freunden.

Bleibt stark und hoffnungsvoll, das ist unser größter Wunsch. Wir werden zwar noch viele Monate mit der Krise zu tun haben. Vielleicht nutzen einige von Euch diese zum Teil entschleunigte Zeit, Erinnerungen an Eure verstorbenen Kinder und Geschwister hervorzuholen.

Gerne möchten wir Euch aufrufen über Eure Geschichten und Eure Art der Trauerarbeit während dieser Krisenzeit zu berichten. So stehen wir trotz sozialer Distanz beieinander und machen einander Mut.

Bitte meldet Euch unter: marketing@lebenohnedich.de



Selbsthilfegruppen im Online-Modus…

Die Einschränkungen der vergangenen Monate haben zu einer vorübergehenden Schließung unserer lokalen Selbsthilfegruppen und leider auch zur Absage von dringend benötigten Trauerseminare geführt. Nun war auch hier Kreativität und Schnelligkeit gefragt, daher haben die Gruppen diverse digitale Wege organisiert, um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Das ersetzt nur bedingt den persönlichen Austausch, hilft jedoch den Trauernden ihren Weg nicht allein in der Isolation beschreiten zu müssen.

Die Geschwistergruppe in Mülheim zum Beispiel hält alle zwei Wochen Onlinemeetings per Zoom ab. Anfangs ging es nur darum zu hören, wie es allen so geht. Mittlerweile ist es tatsächlich so, dass auch Themen aufkommen, die sonst eher bei persönlichen Treffen besprochen worden wären. Will heißen auch Trauerarbeit per Zoom funktioniert.

Online-Gruppenstunden per Video-Chat der SHG Mülheim Geschwister werden jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat um 19 Uhr veranstaltet. Dazu sind auch alle betroffenen Geschwister in Deutschland eingeladen, auch wenn sie nicht Gruppenteilnehmer in Mülheim sind. Dazu gerne eine kurze Anmeldung an: anne@lebenohnedich.de senden.

Insofern gab es schon eine Erweiterung laut Gruppenleiterin Anne: „Eine "Notfallgruppe“ von der Universität Münster bestehend aus Freunden und Kommilitonen, die kürzlich eine Freundin durch Suizid verloren haben.“

Die Selbsthilfegruppe in Hessheim (Pfalz) "traf" sich ebenfalls während der Corona-Kontaktbeschränkungen in 14-tägigem Abstand mit Hilfe einer Videokonferenz-Plattform. „Als wir unsere erste Videokonferenz starteten, lag schon eine ziemlich lange "Durststrecke" ganz ohne Kontakt hinter den Teilnehmern. Einige TeilnehmerInnen aus der Gruppe berichteten, dass ihnen die Corona-Kontaktbeschränkungen zusätzlich zu der ohnehin schwierigen Situation von verwaisten Eltern sehr zu schaffen machte."

„So waren wir überaus erleichtert, dass wir uns wenigstens im Videochat treffen konnten“ sagt Gruppenleiterin Konny. „Dennoch sind dies Gespräche nicht vergleichbar mit den persönlichen Gruppentreffen, da die Chats meist nur an der Oberfläche kratzen konnten. Es ist schwer möglich in einem solchen Format Probleme, Sorgen und Nöte in der notwendigen Intensität zu besprechen.“ führt sie weiter aus.

Nach Empfinden der Teilnehmer ist diese fehlende Intensität ganz sicher dem räumlichen Abstand geschuldet und auch der mangelnden Übung unter den TeilnehmerInnen mit dieser Form des Gesprächs. Noch schlimmer wiegt darüber hinaus, dass es nicht sinnvoll möglich war neue Eltern einzuladen und in die Gruppe zu integrieren. Obwohl zwei dringende Anfragen vorlagen.

 


…aber inzwischen sind persönliche Treffen wieder möglich

Daher nun die guten Nachrichten aus Hessheim: Der eigentliche Gruppenraum ist momentan zwar noch immer nicht für Treffen freigegeben, allerdings konnte vorübergehend ein anderer Raum gemietet werden. Am 15. Juli fand das erste Treffen, wieder "live und in Farbe", statt. Selbstverständlich mit allen nötigen Schutzvorkehrungen! Zudem konnten wir nun die zwei neuen Elternpaare als Gäste begrüßen. Diese berichteten, dass es zurzeit unmöglich sei, einen Platz für Gespräche bei TherapeutInnen zu finden und waren daher sehr froh, dass unsere Gruppe nun wieder Präsenztreffen anbietet. Nicht minder froh waren alle anderen TeilnehmerInnen, die unsere Gruppe schon länger besuchen.

Wir drücken alle die Daumen, dass es nun dauerhaft so weitergehen kann - Live und in Farbe!

Auch gute Neuigkeiten aus der Selbsthilfegruppe in Velbert: Seit 16. Juli finden wieder Präsenz-Gruppentreffen in unserem Gruppenraum statt. Die Freude darüber ist auch hier groß. Während der Corona-Pause wurde der Kontakt zwar regelmäßig über WhatsApp und auch Skype gehalten, hatte jedoch nur bedingt die Qualität eines persönlichen Treffens.

 

Sobald es Neuigkeiten aus den anderen Selbsthilfegruppen und einer Öffnung dieser gibt, werden wir Euch sofort informieren!



Gruppenstunde am „Baum der Erinnerung“

Wir haben eingeladen zur Gruppenstunde am "Baum der Erinnerung" (für verstorbene Kinder), den „Leben ohne Dich“ Waldbröl seit sechs Jahren in seiner Obhut hat, pflegt und gestaltet.

Auch im Juli ist ein Treffen der trauernden Eltern nicht im gewohnten Rahmen möglich. Zweimal schon hatten wir uns Online verabredet um miteinander im Gespräch zu bleiben und einmal saßen wir alle hinter Tischen, einzeln, mit großem Abstand in unserem Gruppenraum. Am 3. Dienstag im Juli treffen wir uns nun draußen in der Natur.

Es ist eine besondere Atmosphäre an diesem Ort. Auf dem ehemaligen Friedhof am Wiedenhofpark in Waldbröl steht eine Trauerbirke. Inzwischen ist sie in stattliche Höhe gewachsen und ihre Äste hängen bis tief auf den Boden. Unter dem grünen Blätterdach ist ein heimeliger geschützter Platz entstanden. Gleich in der Nähe ist eine Parkbank, die zum Verweilen einlädt.

Ein Spaziergänger kommt vorbei, bleibt stehen und sagt: „Mein Sohn liegt oben auf dem Friedhof. Es ist eine besondere Atmosphäre hier bei Ihnen.“ Er lächelt und geht weiter. Wir kannten den Mann nicht. Es ist eine schöne Begegnung. Es gibt keine Zufälle, soviel ist sicher. 

Tanja, meine Mit-Gruppenleiterin, gestaltet auf dem Rasen davor eine kleine Mitte, wie wir sie auch in den Gruppenstunden in unserem Stuhlkreis immer herrichten. Dort liegen nun Tücher, Blumen und die Bilder der Kinder.

Baum

 


Tag der Begegnung der Selbsthilfegruppe „Leben ohne dich“ Andernach am 16.8.2020

Die SHG Andernach hat am Sonntag, dem 16.8.2020 zu ihrem Tag der Begegnung im Casino Ahsenmacher in Andernach eingeladen. Nach langem Überlegen, ob wir diesen Tag in der Corona Zeit stattfinden lassen sollen, sind wir im Nachhinein sehr zufrieden mit unserer Entscheidung.

Für Eltern und Geschwisterkinder fanden seit Monaten keine Treffen oder Gespräche statt. Natürlich hatten wir auch Absagen von Menschen denen das alles noch zu früh war oder die sich über ihre Gesundheit Sorgen machten. Und das ist vollkommen nachvollziehbar. Wir hatten dennoch 90 Anmeldungen. Schön war auch, dass 10 Eltern aus der Mülheimer Gruppe dazu gekommen sind. 

In einer wunderschönen Umgebung, die einem Urlaubsort ähnelt, konnten sich die Eltern austauschen.  Um 14 Uhr begrüßte Martina Ihrlich die Eltern und lud ab 14:30 Uhr zur Kaffeetafel ein. Danach überreichte der katholische Frauenbund aus Andernach der SHG eine Spende. Eltern und Geschwisterkinder konnten die Namen der Kinder auf einer Flipchart „Dein Name bleibt“, eintragen. Fast alle Aktivitäten fanden draußen an einem großen Teich statt, wo dann auch Martina einen sehr emotionalen Vortrag hielt. Sie saß auf einem Stuhl und auf dem Stuhl neben ihr stand ein großes Bild von ihrem Sohn Stefan.  Und dann sprach sie über 18 Jahre „Leben ohne dich“ Stefan. Sie erzählte von ihren Erinnerungen und Erlebnissen mit ihm. Sehr beeindruckend waren ihre Dialoge, die sie mit dem Tod, der Zeit und der Liebe führte. Vanessa Milles (Patenkind von Martina) und Robin ein 9 Jahre alter Junge aus dem Kinderheim, dessen Mutter verstorben war, sangen anschließend von Alisa Palmer „Nur ein Wimpernschlag“ und von Eloy De Jong „Egal was andere sagen“. Ein sehr berührender Moment.

Dieser wunderbare Tag endete dann mit einem wunderbaren mehrgängigen Abendessen am Buffet. Danken möchten wir allen Eltern, dass alle Corona Vorschriften eingehalten wurden. So wie wir, respektvoll mit unserer Trauer umgehen, so war der Umgang im Miteinander an diesem Tag.



Bestattungskultur: „LebensOrte“ und „Ort der Hoffnung“

Bestattungskultur 2020

Friedhöfe dokumentieren überall auf der Welt, wie mit den Verstorbenen umgegangen wird, wie man sie würdigt, ehrt und mit Grabmalen oder Grabsteinen für die Nachwelt darstellt. Diese „Lebens-Orte“ sind die Verbindung, die Nahtstelle zwischen denen, die sind und jenen, die waren. Orte der spirituellen Begegnung und der virtuellen Zwiesprache. Orte, die gerade deshalb besonders lebendig sind.

Der Bochumer Journalist und Fotograf Eberhard Franken hat über die weltweite Bestattungskultur, die riesige Unterschiede kennt, eine Ausstellung konzipiert, die gerade – bis zum 16. September in der Matthäuskirche in Bochum-Weitmar zu sehen ist. Franken befasst sich seit Jahren mit diesem Thema. Er hat Fotos von Grabmalen auf 19 Friedhöfen auf drei Kontinenten in 16 Städten in einer Ausstellung zusammengefasst.

In manchen Regionen werden die Toten zu bestimmten Anlässen sogar wieder ausgegraben, um mit ihnen zu feiern. In unseren Breiten ist das natürlich nicht denkbar. Tot ist tot, aber alle, die von uns gegangen sind, leben natürlich in unseren Herzen weiter.

Das Bild des Gynäkologen und Geburtshelfers Dr. Leonid Persianinow (Promifriedhof Moskau) ist ganz bewusst als Titelbild der Ausstellung gewählt. „Kaum ein Grabmal stellt die Verbindung zwischen Leben und Tod, zwischen Anfang und Ende plakativer und lebendiger dar“. „Die zahllosen Besucher an seinem Grab halten die Erinnerung wach – und machen den Arzt dadurch an diesem Lebens-Ort gewissermaßen unsterblich.“

Die Matthäus-Gemeinde, die ihren 150 Jahre alten Friedhof im Rahmen einer Aktion der Landeskirche gerade zum „Ort der Hoffnung“ machte, wird im Übrigen auf Wunsch von Eberhard Franken für die Zurverfügungstellung der Ausstellung eine Spende an Leben ohne Dich überweisen.

Die Ausstellung wurde unter anderem ermöglicht durch die Unterstützung des Palliativnetz Bochum e.V.. 



Das Elterntrauerbuch von unserer Gruppenleiterin Christa… der Trauerbegleiter im manchmal schweren Alltag

Christa, eine erfahrene Trauerbegleiterin, hat dieses Buch bereits vor einiger Zeit geschrieben und wir haben darüber berichtet. Doch gerade in dieser besonderen, von weniger sozialen und persönlichen Kontakten geprägten Zeit kann ein Buch zum echten Trauerbegleiter werden.

„Wenn Eltern um ihr Kind trauern. Eine Herausforderung in der Trauerbegleitung“ von Christa Meuter (Verlag Vandenhoeck & Ruprecht).

 

„Besonders die persönlichen Rückmeldungen von Lesern, berühren und freuen sie.“ sagt Christa und es bestätigt sie darin, dieses Buch geschrieben zu haben.

 

BUCH



 

Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben.

Aber andere, die wir besonders zärtlich lieben,

sind in unser Herz gebettet. 

Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten.

Wir denken an sie, wie wir atmen.

Sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, 

nach dem Gesetz der Seelenwanderung, das im Reich der Liebe herrscht.

(Honoré de Balzac)

Logo Spende
Logo Daten
© 2020 www.leben-ohne-dich.de – Impressum

Hinweis:
Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail, da Antworten auf diesen Newsletter nicht gelesen werden. Bei Fragen erreichen Sie uns per E-Mail unter: info@lebenohnedich.de.
Sie erhalten diesen Newsletter, da Sie unseren Newsletter abonniert haben. Zum Abbestellen des Newsletters, klicken Sie bitte hier
.