Leben ohne Dich - Für Daniel


Daniel



Unserem geliebten Sohne

Und eins ist sicher
Deine Krankheiten waren nicht zu verhindern
Deine Schmerzen konnten wir nur lindern
Du hattest verschiedene Krankheiten
Drei an der Zahl – es gab keine Wahl
Irgendwann versagt auch die Medizin
So wie bei dem Hirntumor – Du hattest ihn
Bis Du sagtest: "Die Medizin hilft nicht mehr."
Da wurde uns klar
Was wir schon lange ahnten
Wird wahr
Keiner sprach es je richtig aus
Denn die Hoffnung gaben wir nie auf


Daniel


Dann
Ins Koma fielst Du über Nacht
Wer hätte das gedacht
Auch der Arzt, der immer alles für Dich tat
Wusste zum Schluss keinen Rat
Als er uns sagen musste
Was alle in Gedanken wussten
ES GIBT KEINE CHANCE!
Da verloren wir jegliche Balance
Er rutschte weg, der Boden unter den Füßen,
fragten wir uns doch
WIESO DENN?
Verlieren wir unseren Süßen
Wo ist denn da der Sinn?
Du warst doch ein kleines Kind!
Vom Verstand her warst Du schon so groß,


Daniel


Dann
Beim Sterben lagst Du in meinen Schoß
Vorher standen alle an Deinem Bett,
Haben gebetet und geweint,
mit Dir gesprochen und gemeint,
Du spürst alles, obwohl Du bist weit weg
Und doch warst Du uns so nah,
Konntest bloß nichts mehr sagen,
Das war klar
Hast gedrückt die Hand von Papa und Mama
Zum Abschied
Dein Herz hörte auf zu schlagen
Bei einem Lied
Auch der Arzt, der an Deinem Bette stand,
Legte auf Deine Stirn seine Hand
Er hat für Dich gebetet, sicherlich,
Die ganze Situation, sie war so fürchterlich
Wir haben dich begleitet bis zum letzten Atemzug
Bis du dachtest – jetzt ist genug –
Nun werde ich in Gottes Reich geleitet
Nun hast Du keine Schmerzen,
Wir zünden sie an die Kerze,
die Kerze von der Taufe
Krank warst Du ein Jahr,
Deine Eltern waren immer für Dich da
Tapfer – ja das warst Du immer
Dein Zustand wurde schlimmer
Hast gelitten Tag für Tag
Und hast nie geklagt
Du hast gelitten und doch gelacht
Auch Oma und Opa haben an Dich gedacht,
sowie Onkel und Tanten,
Alle Freunde und Bekannten
Sie haben Dich begleitet in der letzten Stunde
Deines Lebens,
Schwestern und Ärzte haben gekämpft bis zum Schluss,
Vergebens
In Worte kann man es nicht fassen,


Daniel


Aber
Von unserem Kinde haben wir losgelassen
Fort an Du nicht mehr leiden musst,
Man kann es nicht beschreiben,
Wie wir alle leiden
Unter Deinem Verlust
Manchmal kommen die Tränen
Einfach so
Ich lasse ihnen freien Lauf
Egal wo
Und dann geht es wieder bergauf
Mal hat man ein Tief,
Dann wieder ein Hoch,
Wann kommt man heraus aus diesem Loch?
Wir werden Dich nie vergessen,
Was wir einst besessen
Für einen wertvollen Schatz
Daniel, den kleinen Fratz
Du wirst weiterleben in unseren Herzen,
Sie sind so voller Schmerzen
In unseren Gedanken
Weit hinaus über alle Schranken
Wenn das eigene Kind im Sterben liegt,
Es ist das Schlimmste, was wir je erlebt
Du warst nicht einmal vier,
Warst ein Geschenk auf Erden,
Dafür danken wir!
Jetzt bist Du ein Engel,
Unser süßer kleiner Bengel!
Danke, dass es Dich gab!

Die Gedanken Deiner Mama


Daniel


Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein,
als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Und wenn du dich getröstet hast,
wirst du froh sein,
mich gekannt zu haben.
Du allein wirst Sterne haben,
die lachen können.

(Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz)


Daniel
 

Die Geschichte von Daniel



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