Leben ohne Dich - Für Frederik



Frederiks Geschichte


Frederik war ein kerngesundes Baby. Fröhlich, aktiv und aufgeweckt.

Nach einer simplen Dreifachimpfung entwickelte sich im April 1986 eine Gehirnentzündung. Viele Wochen konnte uns kein Arzt sagen ob und wie Frederik weiterleben würde. Er überstand die Krankheit überraschend gut, zurück blieb eine Epilepsie.

Freddy arrangierte sich mit seiner Erkrankung, nahm seine Medikamente, ließ unzählige Untersuchungen über sich ergehen und nahm auch die Einschränkungen, mit denen er nun leben musste, klaglos hin.

Er war immer mal wieder über Monate fast ohne Anfälle, dann kamen wieder schlechte Zeiten und die gesamte Medikation musste umgestellt werden. Einmal nahm er trotz normaler Ernährung immer mehr zu, nach einem weiteren Medikamentenwechsel plötzlich innerhalb eines halben Jahres 18 kg ab.

In den letzten Jahren ging es Frederik sehr gut, er war ein Jahr in Amerika und besuchte dort die High School, danach ging er aufs Berufskolleg in unserer Stadt und bereitete sich auf die Fachhochschulreife vor. Seine beruflichen Pläne wechselten, mal wollte er BWL in Richtung Controlling studieren, dann meinte er, lieber eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten machen zu wollen, um dann irgend wann als Steuerberater eine eigene Kanzlei aufzumachen.

Die Epilepsie hatte sich bis auf 1-2 Anfälle im Jahr zurückgezogen und wenn er krampfte, dann nur noch im Schlaf, ohne dass er sich morgens daran erinnern konnte. Keine Verletzungen und keine Kopfschmerzen und Übelkeit mehr.

Dann erfüllte sich Frederiks größter Wunsch: er durfte den Führerschein machen. Die Aussicht, abends mit den anderen weggehen zu dürfen und nur noch etwas früher heimfahren zu müssen, machte ihn sehr glücklich. Bis dahin ging er nicht oft weg, da er wusste, dass die Anfälle durch zu wenig Schlaf provoziert werden konnten.

Er machte überglücklich seine ersten Fahrstunden und wollte sich einen Mini Cooper kaufen, der sei cool, auch mit einer Größe von 1,82 m!

Am 20.05.05 war er mit seinem Bruder Kilian unterwegs, gegen 22 Uhr machten sie sich auf den Weg nach Hause. Um 23 Uhr lag Frederik friedlich in seinem Bett und schlief...

Am 21.05.05 wachte er einfach nicht mehr auf.

Niemand weiß warum, vermutet wurde der so genannte SUDEP, dieser unerklärliche Tod bei epilepsiekranken Menschen. Sicher ist, dass er in dieser Nacht keinen Anfall hatte.

Seither ist nichts mehr wie es einmal war. Wir (seine beiden Brüder Oliver, 24 J. und Kilian 19 J. mein Lebensgefährte und ich) vermissen ihn so sehr.

Jeden Tag begleiten wir ihn mit unseren Gedanken und all unserer Liebe auf dem Weg, den er jetzt geht – ohne uns.

Jeden Tag gehen wir diesen schweren Weg – ohne ihn!

Es tut so weh!
 



Home  |  Zurück  |  Seitenanfang