Leben ohne Dich - Für Jessica


Jessica


Deine Besonderheit anzunehmen fiel uns leicht, denn gerade das Besondere machte Dich zu einem wertvollen Menschen. Du gabst uns Liebe und Freude, wo wir 22,5 Jahre festhalten durften. Was bleibt sind Erinnerungen und Schmerz. Jessica Du warst es wert so sehr geliebt zu werden. Ein Engel hat uns besucht und uns wieder verlassen.

Es tut unsagbar weh, ein Stück seines Herzens zu verlieren. Sie war noch so klein und wurde mit Liebe umgeben, wurde groß und gab alles zurück. Jeder Tag mit ihr war Gottes Segen, jeder Tag mit ihr war das pure Glück.

Als Du gingst verblühte in unserem Garten des Lebens eine wunderschöne Rose.
Als Du gingst verschwand das schöne Lachen, das unser Leben kannte.
Als Du gingst nahmst Du das große Herz, das in uns schlug mit.
Doch die Rose, die Du warst, Dein Lachen und Dein Herz leben in uns weiter.

Jessica

Jessica fünf Stunden vor ihrem Tod


Februar 1979 hatte ich eine Fehlgeburt. Als ich aber genau ein Jahr später wieder schwanger war, war die Freunde groß. Am 15.11.80 brachte ich meine Jessica auf die Welt. Wir waren überglücklich, und in den nächsten Jahren bekam sie noch drei Geschwister dazu.

Von klein auf war sie neugierig auf alles was um sie herum passierte, das blieb auch weiter so. Sie entwickelte einen Ehrgeiz für alles was sie machte, machte später eine Ausbildung als Kauffrau. Jobbte nebenher, und mit 19 Jahren bezog sie ihre erste Wohnung. Was uns immer sehr gefreut hat war, dass sie wert darauf legte auf die Meinung ihrer Eltern, bei Veränderungen und Situationen in ihrem Leben.

Genau zu ihrem 18. Geburtstag hatte sie ihren Führerschein für's Auto und Motorrad gemacht. Sie wurde eine gute und sichere Fahrerin. Ihre Leidenschaft wurde aber das Motorrad. Dreieinhalb Jahre fuhr sie andere Maschinen als sie sich ihren Traum erfüllte, ihre eigene Yamaha FZR 1000.

Ein Jahr lang konnte sie ihr Motorrad fahren, sie nutzte jeden Sonnenstrahl aus.

Bis zum Sommer im Juni 2003, habe mir im Nachhinein oft gewünscht, es wäre ein verregneter Sommer geworden.

So hatte Jessica auch die Idee, an einem der vielen sonnigen Wochenenden zu ihrem Patenkind nach Kassel zu fahren, das sind von uns aus ca. 520 km. Sie kam, bevor sie abfuhr, noch bei uns vorbei. Wir sagten noch: "Pass auf und melde dich so oft Du kannst". Ich ging mit ihr noch durch den Garten auf die Straße, sie rief noch: "Tschüß Mamsi!" Sah ihr hinterher wie sie abfuhr. Hätte nie, wirklich nie gedacht, dass ich sie zum letzten Mal sehe. Jessica hielt Wort und rief bei jedem Tanken hier zu Hause an, ich war mehr als beruhigt als sie sich meldete als sie ankam.

Doch als sie an dem darauf folgenden Sonntag auf der Autobahn Kassel-Würzburg zurück fuhr, kam eine Autofahrerin (nach Zeugenaussagen fuhr sie schon etliche Kilometer vor Jessica), ins schlängeln. Sie kam nach rechts über den Standstreifen von der Fahrbahn ab, bemerkte den Fehler und riss das Fahrzeug nach links rüber. Übersteuerte total, schoss über beide Fahrbahnen. Prallte auf die Mittelleitplanke, wurde zurück gestoßen und blieb in der Mitte der Autobahn liegen. Das geschah in Sekunden, und Jessica hatte nicht mehr die Chance auszuweichen, prallte frontal auf den PKW. Sie und ihre Maschine wurden über das Fahrzeug geschleudert wo sie liegen blieb. Sie wurde noch mit dem Hubschrauber in die Klinik nach Würzburg geflogen, wo sie aber zwei Stunden nach dem Unfall starb.

Nach Polizei und Gutachterbericht trifft Jessica keine Schuld, sie hatte zum Erkennen und Reagieren ganze 2,5 sek. Zeit gehabt. Polizei sagt, das sei unmöglich, sie wäre im falschen Moment am falschen Ort gewesen. Es war nie ein Trost, dass sie keine Schuld an dem Unfall hatte. Mein Kind habe ich trotzdem verloren.

Eine traurige Mama
 



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