Leben ohne Dich - Für Katharina-Emilia


Katharina-Emilias Geschichte

Ein tag im Juli 2003: Ich war tatsächlich schwanger und konnte es nicht fassen! Als ich das meinem Freund sagte, brachte er mir endlos Material über Abtreibung mit... und als ich dann sagte, dass ich das Baby bekommen werde, war er weg!

Dann, in der 24. SSW der totale Horror! Ich musste nach Bonn in die Uniklinik, zum Spezialultraschall, wo dann festgestellt wurde, dass mein Kind einen schweren Herzfehler hat! Hypoplastisches Linksherz (linke Herzhälfte fehlt komplett).

Als der Arzt mir das mitteilte, brach ich auf dem Krankenhausflur zusammen, weil nur 70% der Kinder die erste OP von drei lebensnotwendigen überleben...

Ich entschloss mich, Kathi auf die Welt zu bringen, ich würde es schaffen, auch alleine!

Die folgenden Monate waren der Albtraum, zwei Mal im Monat musste ich nach Bonn zum Ultraschall – umgeben von zig Ärzten. Manchmal habe ich mir echt gedacht: was für ein Aufwand! trage ich vielleicht einen Außerirdischen aus oder was? Ich wurde sauer darüber.

Dann, am 6. April 2004, der schönste Tag in meinem Leben! Katharina-Emilia erblickte um 12:22 Uhr das Licht der Welt. Sie war 45 cm groß und 2480 Gramm leicht. Es war ein Dienstag, das weiß ich noch ganz genau.

Sie wurde sofort von den Kinderärzten in empfang genommen und auf die Intensivstation gebracht. Später wurde ich dann mit meinem Bett auf die Intensivstation gefahren wo ich sie das allererste Mal ansehen durfte, sie war der schönste Engel überhaupt.

Das schönste, was ich je in meinem Leben gesehen habe! Einfach unbeschreiblich um es in Worte zu fassen. Ihr ging es den Umständen entsprechend gut, und am nächsten Tag durfte ich sie wickeln und alles was dazu gehört.

Vier Tage später wurde eine Herzkatheter-Untersuchung gemacht um zu sehen, wie hoch die Venenanomalien waren. Katharina wäre fast gestorben an dieser Untersuchung! Von nun an wurde sie beatmet und lag im künstlichen Koma, obwohl sie vorher selbst geatmet hat.

Die Kinderärzte rieten mir, ich solle Katharina nottaufen lassen, weil es sehr schlecht um sie stand. Das habe ich dann auch gemacht. Alles war sehr liebevoll gestaltet und die anderen Eltern durften dann eine Stunde lang nicht rein.

Es war das schlimmste, was ich je gesehen habe! Katharina lag während der Taufe am Beatmungsgerät und der kleine Brustkorb hob und senkte sich – ganz mechanisch. Ich habe so geweint, ich hätte mir in dem Moment gewünscht, dass ich da läge.

Zwei oder drei Tage später wurde sie nach Bonn in die Kinderklinik verlegt, Intensivstadion. Ich habe in der Zeit viel mit ihr geschmust und gekuschelt – stundenlang – und wir haben das beide sehr genossen. auch die Füttermomente waren unvergesslich geworden.

Als sich ihr Zustand wieder normalisierte, stand die OP an, wieder wurde sie verlegt, auf die Herzintensiv, wieder in der Uni. Dort wurde sie dann 15 Stunden operiert, angeschlossen an die Herz-Lungenmaschine, und sie verlor sehr viel Blut, so viel, dass sie kein eigenes mehr hatte und sie bekam Blutkonserven.

In dieser Nacht schlief ich auf der Intensivstadion um bei Kathi zu sein. Als ich sie sah, blieb mir das Herz stehen: sie hatte so viel Wasser im Körper, dass sie ein Gewicht von 7 kg hatte, und überall waren Schläuche, Katheter... Also es gab an dem kleinen Körper nichts mehr, wo kein Zugang war.

Ich war bei ihr und dann flackerten die Monitore und ein Alarm wurde ausgelöst. Ich wurde nur noch gepackt und man hat mich vor der Tür abgestellt. Einige Ärzte fummelten mit Spritzen herum und anderen Gerätschaften. Dann durfte ich wieder rein und erfuhr, dass Katharinas Lungenflügel zusammen geklappt waren und sie einen Atemstillstand hatte.

Nach ein paar Tagen auf der Intensivstation wurde meine Maus wieder auf die Kinderintensiv verlegt, und es folgten immer weiter Herz-Atemstillstände.

Am 8.5.2004 hörte meine kleine, tapfere Maus auf zu kämpfen...


Ich liebe dich über alles und du bist immer bei mir!

Deine Mama
 



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