Kathrin

Kathrin


Reisezeit

Ein Mädchen geht an mir vorbei,
das dir noch nicht mal ähnlich ist,
nur in der Art, wie sie verweilt,
liegt das Gefühl, das dich vermisst,
ein Sonnenstrahl, der mich berührt,
verirrt sich in der Finsternis,
allein, das du ihn jetzt nicht spürst,
macht ihn mir hier so ungewiss.

Ein Lied erklingt, noch nicht mal schön,
die Rede ist vom Liebesglück
und das genügt, um zu verstehn,
dass du mir so verloren bist,
ein Lächeln, das so scheint wie deins,
gibt es nicht mehr in dieser Welt,
ich hab es überall beweint,
doch überall hat es gefehlt.

Ich weiß, so vieles ist verblasst
und manches hat sich nur verirrt,
doch seit du fort bist, ist dies Grab
Tag und Nacht ganz nah bei mir.
Ich bin gewiss, du bist nicht dort,
es muss um so viel schöner sein,
doch weiß ich nichts von diesem Ort
und jetzt ist keine Reisezeit.

Ich bin dazu noch nicht bereit, egal,
wie weit der Schmerz mich bringt,
ich lass hier niemand so allein,
verloren, so, wie ich es bin.
Man sagt, dass Zeit die Wunden heilt,
ich werd die Jahre überstehn,
doch gänzlich still werd ich erst sein,
wenn ich auf diese Reise geh.
 

Zu Kathrins Gedenkseite



Home  |  Zurück  |  Seitenanfang