Leben ohne Dich - Für Melinda


Melinda


Still, seid leise
Sie war ein Engel auf der Reise.

Sie konnte ganz kurz nur bei uns sein,
wohin sie ging, weiß Gott allein.

Ein Hauch nur bleibt von ihr zurück,
in unserem Herzen ein großes Stück.

Melinda wird immer bei uns sein,
vergessen sie nie, sie war so klein.

Geht nun ein Wind, am milden Tag
So denk', es war ihr Flügelschlag.

Und wenn Du fragst, wo mag sie sein?
Ein Engel ist niemals allein.

Sie kann jetzt alle Farben sehen
Und barfuss durch die Wolken gehen.

Und vielleicht lässt sie sich hin und wieder
Bei unseren Erdenkindern nieder.

Und wenn wir sie auch sehr vermissen
Und weinen, weil wir Abschied nehmen müssen

So denk', im Himmel, wo es sie nun gibt,
Erzählt sie stolz: ich bin geliebt.
 



Zum Andenken an unseren Sonnenschein Melinda, sie war einfach ein einmalig liebes und fröhliches Baby und ich kann ihren Tod im Moment überhaupt noch nicht verstehen. Es ist ihr sicher sehr viel erspart geblieben und dafür sage ich danke !


Wir haben 4 Kinder und 2 davon sind gestorben.

Maxi starb im November 2003. Ich war im 4. Monat schwanger und kam mit Blutungen ins Krankenhaus. Dort wurde sofort eine Ausschabung gemacht, da der Arzt nicht fähig war, mein Baby zu sehen.

Mein Maxi überlebte diese Ausschabung und ging dann 2 Wochen später mit starken Blutungen ab. Ich konnte diese Fehler des Arztes nie verstehen. Laut Gutachter ist er jedoch nicht schuld.

Melinda, ich liebe Dich über alles und werde Dich nie vergessen.


Für meine beiden
in tiefer Trauer

Eure Mama
 



Steht nicht am Grab mit Tränen im Gesicht,
dort unten im Grabe bin ich nicht,
weil ich in tausend Winden weh,
wie Diamanten glitzere im Schnee.
Ich bin auf reifem Korn der Sonne segen,
im Blühen der Wüste nach dem Regen.

Erwacht der Morgen, bin ich im Husch,
der auffliegenden Vögel aus dem Busch
und nachts im funkelnden Sternenlicht
doch im Grab gestorben bin ich nicht !

Wo immer für Euch das Leben sei:
solltet Ihr wissen: immer bin ich dabei.
 



Melinda wurde im 3 Orden in München per Kaiserschnitt am 2. Mai 2005 geholt. Der Kaiserschnitt war nötig, da ich vorher schon 2 Kinder so bekommen habe. Ich wählte eine Klinik, die in der Nähe des Deutschen Herzzentrums München liegt.

Sie wurde uns ganz kurz gezeigt und dann gleich auf die Intensivstation gebracht. Dort wurde eine Infusion gelegt, dass der Ductus offen bleibt. Somit war Sie erst einmal stabil. Es war für uns sehr hart, unsere kleine Maus so zu sehen. Sie wurde jedoch ganz lieb betreut und ich konnte sie streicheln und sogar auf den Arm halten.

Am 5.5. kam der Pfarrer und wir machten eine Nottaufe, diese war für mich persönlich sehr wichtig. Sie wurde dann anschl. ins DHZ verlegt. Oh je, das Abholen meiner Kleinen war für mich sehr sehr schwer. Wir fuhren gleich hinterher.

Am 9.5. war dann die Norwood 1 geplant und wurde auch gemacht. Das Warten war die Hölle (genauso das Unterschreiben von den ganzen Unterlagen).

Melinda kam relativ stabil aus dem OP, 3 Tage später wurde der Brustkorb verschlossen und die Beatmung gezogen. Ab dem Moment ging es ganz steil bergauf.

Es kamen nach und nach die Medikamente weg und Melinda kam auf die Normalstation. Dort war auf einmal alles anders. Ich durfte sie aus dem Bett nehmen und mir ihr am Gang spazieren gehen. Es war einfach wunderschön. Es wurde zur Sicherheit noch ein Herzkatheter gemacht.

Am 27.5. durften wir dann das DHZ verlassen, nach so kurzer Zeit hatte es Melinda geschafft und wir fuhren ganz stolz aber auch mit viel Angst heim. Es kam zweimal wöchentlich ein ambulanter Pflegedienst.

Die Angst war unbegründet, Melinda machte es uns sehr leicht. Sie bekam auch nicht viele Medikamente und war wie ein ganz "normaler Säugling".

Die Entwicklung war total schnell. Am liebsten wollte sie schon sitzen. Wir gingen zu unseren Untersuchungen zum Kardiologen und der war immer mit ihr zufrieden. Da wurde der Termin zum Herzkatheter ausgemacht.

Ich hatte furchtbare Angst davor. Aus meiner Sicht lief etwas falsch. Melinda war so stabil. Ich habe bis heute (3 Monate nach ihrem Tod) noch keinen Arztbrief bekommen und das trotz mehrmaligen Anfragen.

Vielleicht hatte ich eine Vorahnung, ich weiß es nicht. Melinda brachte ich ganz stabil ins DHZ. Wir machten in der Früh noch Babymassage und spielten am Boden. Sie bekam eine Infusion, wobei sie sich furchtbar aufregte. Zu Recht, es wurde einfach nicht getroffen.

Erst mit Beruhigungsmittel und dem 5. Versuch saß die Nadel. Mir tat sie so leid. Ultraschall, Röntgen und EKG waren i. O.! Mir wurde auch gesagt, dass man nichts Neues vom Katheter erwartete.

Ich begleitete Melinda bis zur Türe vom Herzkatheter und verabschiedete mich schweren Herzens. Nach 2 ½ Stunden kam sie raus und es ging ihr gar nicht gut.

Sie kam sofort auf die Intensiv und wurde dort stabilisiert. Sie war dann bis 23 Uhr stabil und bekam dann Herzrhythmusstörungen, die sich keiner erklären konnte. Ihr Kampf dauerte 2 ½  Stunden!

Die Ärzte wollten dann noch die Norwood 2 durchführen; der Chirurg kam und Melinda hörte zu kämpfen auf. Sie war eine kleine Kämpferin, wusste jedoch, wann es besser war, damit aufzuhören. Ich denke, es ist ihr sehr viel erspart geblieben.

Ich vermisse sie ganz arg, bin jedoch unendlich dankbar für die 4 gemeinsamen Monate. Ich kann jeden nur raten, diesen HLHS-Herzchen eine Lebensmöglichkeit zu geben. Sie sind ganz tolle Kinder, die unser Leben bereichern.

Es ist kein leichter Weg, jedoch ein Weg der sich aus meiner Sicht lohnt.

Sabine und Werner mit Alexandra und Corinna und unserem Herzchen Melinda im Herzen
 



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