Leben ohne Dich - Für Naomi


Naomi


Unsere Naomi-Maus starb an den Folgen einer Tonsillektomie (Mandel-OP). Wir vermissen unseren Engel unendlich und hoffen, dass wir uns bald wiedersehen.



Naomi



Wir lieben Dich kleine Maupi-Paupi !

Mami, Papi und Alyssa



Naomi
 
 

Naomis Geschichte

Unser Leben änderte sich am 14.10.2004 als unsere geliebte Tochter Naomi unerwartet nach einer Mandel-OP starb...


Naomi hatte relativ große Mandeln und sollte sie deshalb raus bekommen. Ich fuhr also am 07.10.04 in die Essener Uni-Klinik um alle Voruntersuchungen zu machen. Naomi und ich haben fast 4 Stunden im Flur verbracht inkl. Untersuchungen, Einverständnis-Erklärungen für die Narkose, etc. Wir fuhren ziemlich müde wieder nach Hause und am nächsten Morgen ging Naomi das letzte Mal in den Kindergarten, sie verabschiedete sich laut Aussage der Kindergärtnerinnen sehr intensiv von ihren Freundinnen und malte sich an diesem Tag als Engel, was ich aber leider erst später erfuhr...

Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende miteinander, sie ging mit ihrem Daddy am Sonntag noch ins Kino, "Große Haie – kleine Fische" haben die beiden gesehen. Ich ging nicht mit, weil Alyssa noch zu klein für Kino war.

Wir fuhren zu Oma und Opa, da haben wir unsere Sonntage fast immer verbracht. Am nächsten Morgen fuhren wir also wieder nach Essen, als wir dort ankamen, sagte man uns, dass die Akte nicht aufzufinden sei, ich müsse noch mal zur HNO-Ambulanz, alles wieder über uns ergehen lassen. Plötzlich war angeblich die Akte wieder da, wir gingen also in aller Ruhe spazieren und aßen Pizza und Nudeln in einem Restaurant, das war Naomis Lieblingsessen, und da sie aufgrund der OP wohl längere Zeit keine Pizza essen konnte, haben wir drei diesen Abend noch mal richtig genossen, wie konnten wir ahnen, dass es unser letzter gemeinsamer Abend sein sollte.

Wir gingen wieder ins KH und fragten Naomi, ob sie wirklich alleine schlafen wolle. "Ja klar, ich bin doch schon groß", war ihre Antwort, also sind wir schweren Herzens nach Hause gefahren, das schließlich 110 km von Essen entfernt liegt. Zuhause angekommen riefen wir sie sofort an, denn große Mädchen haben natürlich auch ein eigenes Telefon im KH. Sie sagte, es sei alles in Ordnung und wir verabschiedeten uns und sagten uns, dass wir uns lieb haben... Naomi und Alyssa sprachen noch miteinander und dann legten wir auf.

Am nächsten Morgen fuhr ich um 6 Uhr nach Essen, damit ich nicht in einen Stau kommen konnte. Ich war um kurz nach 7 Uhr bei meiner großen Maus, und sie war schon angezogen, hatte sich die Haare gebürstet und die Zähne geputzt, darauf war sie total stolz, aber sie wollte Papas T-Shirt anziehen. Das ging leider nicht, sie musste einen OP-Kittel tragen, der aber zum Glück rosa war.

Um 10 Uhr war es so weit, wir wurden zum OP gebracht, vor dem OP kam eine Anästhesisten zu mir und klärte mich nochmals über die Narkose auf, was ich sehr merkwürdig fand, ich unterschrieb den gleichen Zettel wie am Donnerstag und wartete kurz mit Naomi draußen, dann wurde sie von einem Pfleger reingeschoben und da sagte Naomi zu mir: "Ich hab Dich lieb Mami, nein, ich liebe Dich!" Das hat sie noch nie vorher gesagt, ich war wie versteinert, ich wollte sie mitnehmen, aber ich dachte, es gehe sicher alles gut, wir waren 6 Jahre lang in diesem KH, alle kannten Naomi...

Es war 10:15 Uhr und ich wartete, dass mich jemand rief, dass Naomi aufgewacht ist... Aber niemand kam zu mir, Willi, mein Mann kam gegen 14:30 Uhr, genau in dem Moment wo Naomi intubiert aus dem OP rausgeschoben wurde und von 2 Krankenschwestern auf die Intensiv gebracht wurde, daran fanden wir auch nichts ungewöhnlich, weil sie aufgrund ihrer Muskelschwäche zur Überwachung dorthin sollte.

Wir gingen also auf die Intensivstation und Naomi wachte auf, sie wollte sich den Schlauch ziehen und wir sagten ihr, dass gleich jemand käme um den Schlauch zu entfernen, wir waren da, als sie aufwachte, so wie wir es ihr versprochen hatten...

Plötzlich kam eine Schwester und spritze ihr etwas, Naomi fielen die Augen zu und sie schlief wieder.... WAS WAR DAS??????? Wir wussten nicht wie uns geschah, uns wurde danach gesagt, dass man das bei "Muskel-Kindern" immer machen würde, warum, wenn es so ist, wussten wir darüber nichts, warum wurden wir darüber nicht vorher informiert? Ich bzw. wir hätten da niemals zugestimmt.

Uns wurde gesagt, dass Naomi eine 24 Std. Narkose bekommen hätte, wir blieben bis 20 Uhr im KH und fuhren dann nach Hause. Am nächsten Morgen, 13.10., fuhr ich in aller Frühe wieder nach Essen, aber irgendetwas war anders, ich stand nur im Stau und dachte permanent während der Fahrt, dass ich mein Kind nie wieder mit nach Hause nehme. Alyssa, die im KiGa war, erzählte in ihrer Gruppe, was ich auch erst später erfuhr, dass zu Hause etwas nicht stimmen würde, Naomi käme nicht mehr nach Hause...

Ich kam endlich, total verheult und gestresst im KH an, an der Tankstelle habe ich ihr noch eine Zeitung geholt und eine Wundertüte, darüber hat sie sich immer so gefreut... Ich ging direkt auf die Intensiv, Naomi lag ganz friedlich da, die Schwester musste sich erst mal bei einer anderen informieren wie ihr Zustand war. Sie hatten um 8 Uhr die Narkose abgestellt und nun begann das Warten...

Gegen 10 Uhr wachte Naomi langsam auf, sie reagierte auf das was ich ihr sagte, aber sie öffnete die Augen nicht. Mittags musste ich die Station verlassen, eine Unverschämtheit, aber es war so. Ich war um 14:30 Uhr wieder da, obwohl ich erst um 15 Uhr wieder rein dufte. Will war mittlerweile auch da, wir gingen also rein und ich dachte schon Naomi wäre jetzt ganz böse, weil wir nicht da waren als sie aufwachte, aber nichts, sie lag immer noch schlafend da.

Ich fragte, ob es nicht etwas gäbe, damit sie aufwacht, aber angeblich gab es nichts... Um 15:30 Uhr änderte sich ihr Zustand rapide, sie bekam 40° C Fieber und der Puls stieg auf 196 an, das dauerte ca. 20 Minuten. Ich rief eine Schwester aber es kam niemand, das einzige was gebracht wurde, war eine EISKRAWATTE, nach dem Fieber und dem hohen Puls war alles anders, so als ob Naomi nicht mehr da wäre...

Wir wollten es nicht wahr haben, aber gespürt haben wir es. Die Ärzte taten immer noch nichts, aber gegen 20 Uhr haben sie dann wohl Angst bekommen, sie sagten uns, sie würden jetzt ein Gegenmittel spritzen von dem sie innerhalb von 15-20 Minuten aufwachen müsse..

AUF EINMAL HATTEN SIE EIN GEGENMITTEL... Aber nichts passierte... Naomi wurde zum CT gefahren, da konnte man nur eine Schwellung feststellen, aber nicht wo... Also musste sie noch zum MRT, da sagte man uns, dass man nicht wüsste, was passiert, was sind das für Ärzte? Haben die nicht studiert? Wir gingen wieder auf die Intensiv und als sie wieder an die Geräte angeschlossen wurde, hatte sie eine Köpertemperatur von 32° C, da wusste ich Bescheid, aber wir wurden weiter hingehalten...

Wir blieben die ganze Nacht auf der Intensiv und beteten, aber wir wurden nicht erhört... Am nächsten Mittag wurde ein EEG gemacht und der Arzt rief uns zu sich, er sagte: "Wie schon heute morgen gesagt, das EEG zeigt eine Nulllinie, Hirntod, aber er dürfe das ja offiziell noch nicht sagen, es muss nach 48 Stunden noch eins gemacht werden." Knallhart sagte er uns, dass unsere Maus tot ist.

Nachmittags kamen alle, um sich von unserem Engel zu verabschieden, abends wurde der Zustand immer schlechter und ich fragte eine Schwester, die einzig nette, ob wir die Geräte abschalten dürfen oder ob das Sterbehilfe sei, ich hatte ja keine Ahnung. Sie sagte, das läge an uns, sie würde es tun, denn der AZ wäre sehr schlecht. Wir sprachen also mit einem Arzt und sagten, dass wir uns in Ruhe von unserer Maus verabschieden wollten.

Meine Freundin Jule und Wills Bruder Richie kamen und standen uns zur Seite. Wir ließen die Geräte abschalten und warteten... Will wollte Naomi im Arm halten, denn ich habe sie ihm geschenkt und er möchte sie jetzt ganz fest bei sich haben... Es dauerte unendlich... Plötzlich zeigte das Gerät eine Nulllinie und wir wussten: jetzt ist es so weit, Naomi ist tot!! Und mit ihr ist der größte Teil unserer Herzen mitgestorben...

Ich wollte meine Maus so gerne im Arm halten, aber ich konnte nicht, sie war so schwer, ich konnte sie einfach nicht halten, der Kopf war so schwer. Wir haben sie zusammen mit ihren Lieblingssachen angezogen und blieben noch im KH, ich wollte sie nicht da lassen, aber wir mussten ja...

Wir fuhren also ohne unsere Große nach Hause, wie wir zuhause angekommen sind, weiß ich nicht mehr, 110 km sind wir blind, taub und auch tot gefahren...

Seit dem 14.10. ist unser Leben nicht mehr lebenswert, aber wir müssen weitermachen, denn wir haben noch Alyssa, die ebenfalls sehr unter dem unnötigen und viel zu frühen Tod ihrer großen Schwester leidet...

Wir hoffen, dass wir uns bald wiedersehen Naomi-Maus!! Wir lieben Dich unendlich!!

Wir vermissen Dich...

Mami, Papi und Lyssie



Naomi
 



Naomi

Naomis Platz, Ostern 2005
 



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