Leben ohne Dich - Für Sophie

Sophie



Am 24.11.2004 wurde unser erster Sohn Sebastian geboren. Es war das Glück auf Erden für mich und meinen Mann. Wir waren so glücklich mit unserem Sohn, dass wir uns gesagt haben, wir möchten gerne noch ein zweites Kind haben.

Somit haben wir uns entschieden, Ende 2005 die Pille weg zu lassen. Es hat auch recht schnell geklappt. Anfang Dezember wussten wir, wir bekommen ein Baby. Die Freude war sehr groß.

Am 27.12.2005 haben wir dann erfahren, es wird nicht nur ein Baby kommen, es werden Zwillinge (zweieiige Zwillinge). Tja, erst war der Schock groß. Aber der verging recht schnell und machte der Freude Platz !

Am 11.04.2006 haben wir dann erfahren, wir bekommen einen Jungen und ein Mädchen. Perfekter konnte es gar nicht sein. Am 13.07.2006 kam ich dann mit Wehen ins Krankenhaus und musste zwei Wochen lang nur liegen, da wir es bis in die 36. SSW schaffen wollten. Was wir dann auch geschafft haben.

Am 27.07.2006 wurden unsere Zwillinge per Kaiserschnitt geholt. 4 Wochen zu früh, aber topfit. Sophie war 48 cm groß und wog 2540 g, Simon war 49 cm groß und wog 2920 g. Besser konnte es gar nicht sein.

Wir waren komplett, hatten zwei Jungs und ein kleines süßes Mädchen, jetzt fehlte uns zu unserem perfekten Glück noch eine schöne große Wohnung, die wir dann auch im Januar 2007 gefunden haben. Es war alles erledigt, der Mietvertrag unterschrieben, unsere Zwillinge hatten ihr kleines Reich, Sebastian hatte sein Reich und mein Mann und ich hatten endlich wieder ein Schlafzimmer für uns.

Im April sollte dann umgezogen werden. Tja, und dann kam der Tag, an dem alles stehenblieb. Es war der 13.03.2007 und ich bin vormittags mit dem Simon zum Arzt gegangen, da er so hoch fieberte und wir nicht wussten warum. Ich sollte am nächsten Tag eine Urinprobe abgeben. Ansonsten war alles völlig normal und wie immer.

Abends um 18 Uhr habe ich die Zwillinge gefüttert und dann bettfertig gemacht. Erst habe ich Sophie ins Bett gelegt, sie lachte und gluckste wie immer, als ich dann ihren Bruder zu ihr legte. Dann gab ich ihr noch ihren Schnulli und ihren Schmusi und dann bin ich ins Wohnzimmer gegangen zu meinem Mann, es war auch alles ruhig im Schlafzimmer, sie sind schnell eingeschlafen und ich war sehr froh darüber, da sie die Nacht davor nicht gut geschlafen haben, weil es Simon nicht so gut ging und er ständig geweint hat.

Dann habe ich um 22 Uhr die Flaschen für die Beiden fertig gemacht und bin zu ihnen ins Schlafzimmer gegangen. Simon hat selig geschlummert und Sophie lag so ganz komisch gerade ausgestreckt auf dem Bauch, mit dem Gesicht in die Bettdecke gedrückt. Ich dachte nur irgendwie komisch, aber sagte mir dann, ich solle mich nicht verrückt machen, ist schon alles in Ordnung, wenn Du sie jetzt hochnimmst, lacht sie Dich an.

Aber dem war leider nicht so. Sie war kreidebleich, eisekalt und als ich ihr ins Gesicht schaute, wusste ich eigentlich schon, dass sie tot ist. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich rannte mit ihr auf dem Arm ins Wohnzimmer, gab sie meinem Mann und rief den Notarzt. Dann gab mein Mann mir Sophie wieder zurück und ich versuchte einen Puls zu finden, was vergebens war. Ich drückte sie ganz feste an mich und wollte es einfach nicht wahr haben, ich konnte noch nicht einmal mehr ihre Ärmchen anwinkeln, so steif war sie schon.

Die Notärzte haben dann eine halbe Stunde lang versucht, Sophie wieder zu holen. Aber vergeblich. Sie war tot !!!!

UNFASSBAR, meine kleine Schnecke ist tot !

Ab diesem Moment funktionierte ich nur noch. Ich lag dann mit dem Simon bis 17.03.07 in der Uni-Klinik in Düsseldorf, wegen seines Fiebers und am 19.03.07 haben wir dann unsere kleine Schnecke Sophie beerdigt.

Seid dem läuft es einfach weiter, aber es fehlt ein Stück von mir. Unserer Familie wurde ein Stück Leben entrissen und hat eine große Lücke hervorgerufen.

Jetzt müssen wir lernen damit zu leben, allein schon wegen der anderen Kinder, die wir ja noch haben und die mein/unser größter Halt sind.


Sophie
 



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