Leben ohne Dich - Für Tabea


Beim Tod eines Kindes

Sie sagen mir: Tabea ist tot.
Was ich am meisten befürchtet habe, ist nun eingetreten.
Die Bewegungen hatten nachgelassen.
Die Herztöne waren nicht mehr vernehmbar gewesen.
Ich hatte mich elend gefühlt und hilflos.
Mit großen Ängsten bin ich zur Untersuchung gegangen.
Und nun ist es so gekommen: Tabea ist tot.
Ich kann es gar nicht glauben.
Sie müssen einen Fehler gemacht haben.
Da sind noch Spuren von Leben.
Ihr muss doch geholfen werden können.
Aber dann fühle ich, weiß ich:
ja, es stimmt.

Was in mir gewachsen ist, wächst nicht mehr.
Tiefe Traurigkeit befällt mich.
Ich hatte mich so auf Tabea gefreut.
Ich hatte gewartet, bis alles bereit war.
Ganz bewusst habe ich das Kind gewollt.
Und wir nannten es schon beim Namen: Tabea.
So sollte sie heißen, so heißt sie bei uns.
Und nun ist alles zu Ende.
Was wird das für eine Geburt werden,
die nur noch Abgestorbenes hervorbringt?
Ich fürchte mich, ich weine,
ich suche Dirks Hand.

Das also müssen wir bestehen:
ein totes Kind in die Erde legen.
Werden wir es anschauen können,
den Eindruck wahrnehmen eines stillen Gesichts?
Kein Blick, keine Regung,
nur Ahnung von einem Leben,
das nicht in Erscheinung getreten ist.
Spuren von leise anklopfendem Leben:
werden wir sie bewahren, verstehen, verwandeln?

Was einem alles durch den Kopf geht,
wenn man die Nachricht noch gar nicht glauben kann.
Für einen Augenblick ganz weit aufgerissen für Schmerz und Glück.
Und dann die unvermeidlichen Wege –
hoffentlich behutsam und in Liebe.
Schmerz, der sich ertragen lässt und einen
nicht hinwegschwemmt,
sondern leben lässt.
Auf neues Leben zu?
 
 




Ein besonderes Gedicht für meine kleine Maus


"Wenn kleine Engel schlafen gehn,
kann man das am Himmel sehn.
Denn für jeden Engel leuchtet ein Stern
und deinen seh ich besonders gern."
 



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